Neue OZ: Kommentar zu Verteidigung / Bundeswehr / Gesundheit
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Dass Auslandseinsätze auch mental eine extreme Belastung sind und
Soldaten nach der Rückkehr häufig mit den Folgen zu kämpfen haben,
ist nicht neu. Die Studie der Technischen Universität Dresden lässt
deshalb aufhorchen, weil ihr zufolge jeder fünfte Soldat bereits mit
einer psychischen Störung in den Einsatz startet - ohne dass diese
vorher erkannt wird. Dieser erschreckend hohe Anteil bestätigt die
gesellschaftliche Entwicklung, dass psychische Probleme noch immer
ein Tabu sind. Soldaten geben nicht zu, unter Depressionen oder
Angststörungen zu leiden, weil sie Karrierenachteile und
Stigmatisierung fürchten. Dies gilt für viele Betroffene in anderen
Berufen oder auch im privaten Umfeld gleichermaßen.
Wer zu Problemen dieser Art steht, muss damit rechnen, als schwach
und minderwertig abgestempelt zu werden. Eine Kategorie, die
keineswegs zum Bild des hartgesottenen Kriegers in Uniform passt. Da
verwundert es nicht, dass gerade Soldaten ein Eingeständnis besonders
schwer fällt.
Das Tabuthema aus der Ecke der Verschwiegenheit hervorzuholen muss
für die Bundeswehr Priorität haben. Sie hat eine Fürsorgepflicht für
ihre Mitglieder. Vorbelastete Männer und Frauen kommen häufiger als
ihre gesunden Kameraden mit psychischen Erkrankungen aus dem Einsatz
zurück. Für ihr Leben und das ihrer Familie stellt dies meist eine
langwierige Belastung dar. Und die Folgebehandlungen kosten den Staat
Millionen.
Franziska Kückmann
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Datum: 26.11.2013 - 22:00 Uhr
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