Neue OZ: Kommentar zu Parteien / Kulturpolitik
ID: 990087
Die Kultur hat im Koalitionsvertrag ihr eigenes Kapitel: Ist das
schon die beste Nachricht zum kulturpolitischen Programm der
angestrebten Großen Koalition? Ja. Denn die Verhandlungspartner von
CDU, CSU und SPD finden klare Worte zu einzelnen Aspekten und
Vorhaben, sie lassen aber die Chance aus, einen großen Wurf zu
versuchen.
Dabei muss nicht einmal die Frage im Zentrum stehen, ob Kultur als
Staatsziel im Grundgesetz verankert werden sollte. Das mag Kultur
absichern, kann aber auch Abhängigkeiten schaffen, die wiederum für
die Freiheit der Kultur und vor allem der Künste nicht wünschenswert
sind.
Positiv ist allemal, dass der Koalitionsvertrag die
Erinnerungskultur fokussiert. Generationswechsel und digitale Wende
erzwingen verstärktes Engagement für den angemessenen Umgang mit dem
Gedächtnis an Deutschlands Diktaturen. Gerade deshalb ist es schade,
dass das Thema Raubkunst nicht noch entschiedener angefasst wird.
Ebenso fehlen klarere Ziele für eine Kultur der
Migrationsgesellschaft. Immerhin: Ein Kapitel ist für die Kultur.
Stefan Lüddemann
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Datum: 28.11.2013 - 22:00 Uhr
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Kategorie:
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