Badische Neueste Nachrichten: Niederlage
ID: 990844
bevor er überhaupt angefangen hatte. Die Weigerung der ukrainischen
Führung, ihre Unterschrift unter das Assoziierungsabkommen mit der EU
zu setzen, wertet das gesamte Programm "Östliche Partnerschaft" ab.
In Wilna ging es zu keinem Zeitpunkt darum, die Ukraine doch noch zur
Unterzeichnung zu bewegen. Präsident Wiktor Janukowitsch und seine
Entourage waren schon angereist mit dem erklärten Vorsatz, genau das
nicht zu tun. Der lachende Dritte sitzt im Kreml. Wladimir Putin
dürfte genüsslich dabei zugesehen haben, wie die EU-Verantwortlichen
nach dem Debakel öffentlich ihre Wunden leckten. Ein weiterer
außenpolitischer Triumph für Moskau - nach der Syrien-Initiative und
dem Asyl für den US-Whistleblower Edward Snowden. Die EU hätte sich
einige erniedrigende Momente ersparen können, wenn sie den Gipfel in
Wilna abgesagt oder zumindest die unwilligen Ukrainer ausgeladen
hätte. Und doch wäre dieser Schritt ein großer Fehler gewesen. Denn
es ist richtig, den Dialog mit der Ukraine fortzuführen, selbst wenn
es den Anschein hat, dass es momentan kaum Chancen auf Erfolg gibt.
Die Demonstrationen für eine EU-Integration haben gezeigt, dass sich
viele Ukrainer eine Westintegration für ihr Land wünschen. Die
Entwicklung vollzieht sich schnell: Vor drei Jahren waren noch 27
Prozent der Bevölkerung für eine Annäherung an die EU, heute sind es
fast doppelt so viel. Diese Menschen hoffen auf eine bessere Zukunft
für ihr Land. Die Tür für die Ukraine zuknallen würde heißen, diese
Hoffnungen zu zerstören. Es würde auch bedeuten, dass sich die EU
Putins Logik eines "Entweder-Oder" unterwirft. Dem in sowjetischen
Denkmustern gefangenen Kremlchef scheint es ja nur ständig so, als
befände sich sein Land in einem Wettstreit mit dem Westen. In
Wirklichkeit würde Russland wirtschaftlich davon profitieren, wenn
das Nachbarland Ukraine prosperiert, statt ständig kurz vor dem
Staatsbankrott zu stehen. Ende Januar will die EU-Spitze alle
strittigen Fragen bei einem Treffen mit Putin erörtern. Man fragt
sich, warum dies eigentlich erst jetzt geschieht und nicht vor dem
Gipfel, parallel zu den Verhandlungen mit der Ukraine. Dann hätte
sich die EU die Niederlage von Wilna vielleicht erspart.
Pressekontakt:
Badische Neueste Nachrichten
Klaus Gaßner
Telefon: +49 (0721) 789-0
redaktion.leitung@bnn.de
Themen in dieser Pressemitteilung:
Unternehmensinformation / Kurzprofil:
Bereitgestellt von Benutzer: ots
Datum: 29.11.2013 - 23:32 Uhr
Sprache: Deutsch
News-ID 990844
Anzahl Zeichen: 2649
Kontakt-Informationen:
Stadt:
Karlsruhe
Kategorie:
Politik & Gesellschaft
Diese Pressemitteilung wurde bisher 291 mal aufgerufen.
Die Pressemitteilung mit dem Titel:
"Badische Neueste Nachrichten: Niederlage"
steht unter der journalistisch-redaktionellen Verantwortung von
Badische Neueste Nachrichten (Nachricht senden)
Beachten Sie bitte die weiteren Informationen zum Haftungsauschluß (gemäß TMG - TeleMedianGesetz) und dem Datenschutz (gemäß der DSGVO).
Auf der Zielgeraden der Legislaturperiode haben Union und FDP noch ein Gesetz durch den Bundesrat bekommen, das die Rechte der Verbraucher nachhaltig stärkt. Mit abschreckend hohen Bußgeldern und neuen Obergrenzen für Gebühren will es unlauterer Telefonwerbung, übereifrigen Inkassobüro
Weitere Mitteilungen von Badische Neueste Nachrichten
Badische Neueste Nachrichten: Lautstark ...
Die Pläne zur Einführung einer Pkw-Maut im bevölkerungsreichsten Land der EU wecken bei vielen europäischen Ländern alte anti-deutsche Ressentiments. Im Nachbarland Österreich waren die Deutschen ohnehin noch nie besonders gelitten. Andere Länder, insbesondere die ärmeren in der EU, habe
Badische Neueste Nachrichten: An einem Strang ...
So schnell - und geräuschlos - kann es gehen, wenn sich alle Beteiligten auf der politischen Bühne einig sind, Bund und Länder, Noch- und Bald-wieder-Regierung sowie Demnächst-nicht-mehr- und Schon-immer-Opposition. Am Donnerstag stimmte der neue Bundestag einstimmig (!) einer Gesetzesinitiat
Erwachsen wird man nur im Diesseits ...
"Vor acht Jahren haben meine Locken das Licht der Welt erblickt, haben meine Seelenflügel sich entfaltet und mein Geist hat begonnen zu atmen." So beschreibt Emel Zeynelabidin (http://buch-ist-mehr.de/portfolio/emel-zeynelabidin/) den Schlusspunkt von dem Prozess, der letztlich dazu
Schwäbische Zeitung: Mehr Offenheit wagen - Kommentar ...
Gabriel und Kraft kämpfen um die Zustimmung ihrer Genossen zum Koalitionsvertrag. Doch dass die Koalitionäre die Verteilung der Ministerposten erst bekannt geben, wenn die Basis entschieden hat, könnte sich noch rächen. Denn ob die Genossen die Katze im Sack kaufen und ihre Zustimmung zum Ve




