Badische Neueste Nachrichten: Lautstark
ID: 990845
bevölkerungsreichsten Land der EU wecken bei vielen europäischen
Ländern alte anti-deutsche Ressentiments. Im Nachbarland Österreich
waren die Deutschen ohnehin noch nie besonders gelitten. Andere
Länder, insbesondere die ärmeren in der EU, haben Deutschland seine
harte Haltung bei der Euro-Schulden-Krise noch nicht verziehen,
deutsche Großmannssucht wurde und wird der Kanzlerin unterstellt. Da
kommen die deutschen Pläne zur Pkw-Maut, die nur Ausländer treffen
soll, den Kritikern gerade recht. Ob eine solche Regelung überhaupt
EU-konform wäre, müsste sich zwar erst noch erweisen, aber dies
spielt in der politischen Auseinandersetzung kaum eine Rolle. Allein
die Ankündigung reicht aus, um viele Nachbarn auf die Barrikaden zu
treiben. Derweil eskaliert der Streit zwischen Österreich und Bayern
um die von Wien geplante Einführung der Vignetten-Kontrolle schon auf
dem ersten Teilstück der Inntalautobahn zum 1. Dezember. Gern
übersehen die Länder, die sich jetzt lautstark mit Kritik an den
Maut-Plänen zu Wort melden, allerdings, dass sie selbst schon seit
Jahren an den deutschen Autofahrern prächtig verdienen. So verlangt
Österreich für sein kleines, nur gut 1 700 Kilometer umfassendes
Autobahnnetz über 80 Euro im Jahr. Würde man dies auf deutsche
Verhältnisse übertragen, so würde eine Jahresvignette hierzulande -
bei knapp 13 000 Kilometern Autobahnen - rund 600 Euro kosten.
Österreich und andere Kritiker in der EU mögen also beruhigt sein,
denn derartige Pläne würde sich noch nicht einmal die CSU trauen
vorzustellen.
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Badische Neueste Nachrichten
Klaus Gaßner
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Datum: 29.11.2013 - 23:31 Uhr
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