Umweltverbände: Weiterer Ausbau der Offshore-Windenergie muss naturverträglich erfolgen - Schallschutzkonzept endlich in Kraft
ID: 991653
heute veröffentlichte Schallschutzkonzept zum Schutz des
Nordsee-Schweinswals beim Bau von Offshore-Windenergieanlagen als
Schritt in die richtige Richtung und erwarten zukünftig einen
besseren Schutz für Meeressäugetiere und andere marine Lebewesen bei
der Energiegewinnung in der Nordsee. Die Verbände kritisieren aber
zugleich die Nichtanwendung auf die Ostsee, die pauschale Ausnahme
von Altgenehmigungen und die unzureichende Umsetzung des bestehenden
Störungsverbots. Nachdem der amtierende Bundesumweltminister Peter
Altmaier (CDU) das Konzept bereits lange angekündigt hatte, drohte
dieses in den vergangenen Monaten am Widerstand eines Teils der
Industrie und der Küstenbundesländer zu scheitern.
Mehr als zwei Jahre wurde über das Konzept gestritten. Ab sofort
gibt es den Rahmen für den Schutz vor Lärm beim weiteren Bau von
Offshore-Windanlagen vor und dient dem Bundesamt für Naturschutz
(BfN) und dem Bundesamt für Seeschifffahrt und Hydrographie (BSH) als
Grundlage zukünftiger Genehmigungen. Das Konzept legt dabei unter
anderem räumliche Belastungsgrenzen und technische Maßnahmen zur
Lärmverringerung fest. Wie dringend das Schallschutzkonzept gebraucht
wird, zeigt die Tatsache, dass bislang bei keinem der
Offshore-Projekte der in Deutschland geltende Schallgrenzwert von 160
Dezibel dauerhaft beim Bau eingehalten wurde. "Das jetzige Konzept
enthält zwar auch naturschutzfachliche Schwachstellen, stellt aber
einen Kompromiss dar, der dem Schweinswal in der Nordsee hilft und
den es mit den Erfahrungen laufender Projekte weiter zu entwickeln
gilt", so die Umweltverbände.
Die Offshore-Windkraft muss nach Meinung der Verbände ihren
Beitrag zum Gelingen der Energiewende leisten, birgt aber ein hohes
Risiko für die Meeresumwelt. Kürzlich stellte das BSH in Berlin die
Ergebnisse der wissenschaftlichen Begleitforschung im Testfeld "alpha
ventus" vor, Deutschlands erstem Offshore-Windpark nördlich von
Borkum. "Die einseitige Behauptung dort, Windparks würden die
Artenvielfalt im Meer erhöhen, entbehrt der wissenschaftlichen
Grundlage und scheint politisch motiviert. Die Besiedlung der
Fundamente durch Muscheln, Krebse und Fische, die sich dort
konzentrieren, sagen nichts über die Artenvielfalt in der Nordsee
aus", kritisieren die Verbände. Dies spiegele auch nicht die
anspruchsvolle Arbeit der beteiligten Wissenschaftler/innen wider.
Vielmehr zeigten die Ergebnisse, dass noch große Wissenslücken
bezüglich möglicher Auswirkungen auf See- und Zugvögel, auf die
Lebensgemeinschaften am Meeresboden sowie die Gesamteffekte tausender
Windkraftanlagen - und deren Baustellen, die besonders lärmintensiv
sind - in der Nordsee bestehen. Ein ganzes Ökosystem werde verändert.
"Die Erfahrungen aus den bisherigen Projekten müssen ausgewertet
und der weitere Ausbau so naturverträglich wie möglich gestaltet
werden", so die Verbände.
Die gemeinsame Stellungnahme der Umweltverbände zum
Schallschutzkonzept finden Sie hier: http://www.nabu.de/imperia/md/co
ntent/nabude/energie/wind/130913-nabu-verbaendestellungnahme_schallsc
hutzkonzept.pdf
Originaltext vom NABU
Pressekontakt:
Dr. Kim Cornelius Detloff, Meeresschutzexperte NABU , Tel. 0152
09202205
Thilo Maack, Meeresexperte Greenpeace Deutschland, Tel. 0171-8780841
Nadja Ziebarth, Meeersexpertin BUND, Tel. 0421-7900232 / 0174 3191424
Fabian Ritter, Meeresexperte WDC, Tel. 01577-344 82 74
Ulrich Stöcker, Leiter Naturschutz DUH, Tel. 0160-8950556
Dr. Hans-Ulrich Rösner, Leiter Wattenmeer-Büro WWF Deutschland, Tel.
0151-12290848
NABU-Pressestelle, Telefon: 0 30.28 49 84-1510, -1722, -1952
Telefax: 0 30.28 49 84-2500, E-Mail: Presse@NABU.de
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Datum: 02.12.2013 - 14:55 Uhr
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