Wieder ein Wolf erschossen - NABU verurteilt illegale Wolfstötung in der Lausitz
ID: 997029
heutigen Montag mitteilte, wurde vergangenen Freitag ein Wolf nahe
Bautzen illegal geschossen. Der Abschuss ereignete sich im
Territorium des Milkeler Rudels mit einem Schrotgewehr. Der NABU
verurteilt die Tat auf das Schärfste und prüft Strafanzeige gegen
Unbekannt zu stellen. "Dreizehn Jahre ist der Wolf nun wieder in
Deutschland heimisch. Dieser Abschuss ist die insgesamt neunte
bekannte illegale Tötung seither. Für eine streng geschützte Art ist
das nicht akzeptabel", sagte NABU-Präsident Olaf Tschimpke.
Nach Bundesnaturschutzgesetz ist der Wolf eine streng geschützte
Tierart. Seine illegale Tötung kann mit bis zu fünf Jahren Haft und
50.000 Euro Geldstrafe geahndet werden. Erst im April 2012 hatte ein
Jäger im Westerwald den ersten Wolf seit über 120 Jahren in
Rheinland-Pfalz illegal geschossen.
In Sachsen war der Wolf im Jahr 2012 in das Jagdrecht aufgenommen
worden. Er ist somit der Jägerschaft unterstellt und trotz
ganzjähriger Schonzeit als jagdbare Tierart benannt. "Die gewünschte
Akzeptanzsteigerung, die der Landesjagdverband erreichen wollte, ist
nicht absehbar", so Bernd Heinitz, Vorsitzender des NABU Sachsen.
"Der Jagdverband hat eine Bringschuld und sollte sich aktiv auf die
Suche nach dem Täter begeben. Wenn der Jagdverband so zum Schutz des
Wolfes steht, wie dies gerne verkündet wird, sollte er beweisen
können, dass der Täter nicht aus seinen Reihen stammt", so Heinitz.
Wölfe besiedeln seit dem Jahr 2000 wieder erfolgreich Deutschland.
Aus den ersten Wölfen sind bis heute 25 Rudel, von der Nordsee bis
zur tschechischen Grenze, entstanden. Nach Einschätzung des NABU
werden Wölfe langfristig in allen Flächenbundesländern vorkommen. Die
Erfahrungen aus dreizehn Jahren Nachbarschaft von Mensch und Wolf in
Sachsen beweisen, dass der Wolf keine Bedrohung für Mensch, Wild oder
die Existenz von Schafhaltern ist. Um seinen Bestand, der europaweit
als stark gefährdet gilt, zu sichern, bedarf es weiterer
Schutzbemühungen.
NABU-Rechtsgutachten zum Schutzstatus des Wolfes:
www.NABU.de/aktionenundprojekte/wolf/news/11517.html
Kostenfreie Pressebilder zum Wolf: www.NABU.de/presse/fotos/#wolf
Kostenfreies Video einer Wolfssichtung zum Einbinden:
http://youtu.be/D0LnUjR7SVE
Mehr zu Deutschlands Wölfen: www.NABU.de/wolf
Pressekontakt:
Markus Bathen, NABU-Wolfsexperte, mobil: 0172-6453537
Bernd Heinitz, NABU-Landesvorsitzender Sachsen, mobil: 01578-2333130
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Datum: 16.12.2013 - 18:17 Uhr
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