WAZ: Der gute Draht nach Moskau. Kommentar von Miguel Sanches
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die Bundesregierung als Russland-Versteherin. Da ist was dran und
manchmal von Vorteil. So wie jetzt im Fall Michail Chodorkowski. Eine
Amnestie macht noch keinen Rechtsstaat; und ebenso wenig einen
lupenreinen Demokraten aus Präsident Wladimir Putin. Das ist auch
nicht der springende Punkt im konkreten Fall. Es ging um eine
humanitäre Lösung. Dass Hans-Dietrich Genscher dabei eine Rolle
spielen würde, ein Jongleur unter den Außenpolitikern, wird seinen
Mythos vergrößern. Aber so etwas ist selten das Werk eines Einzelnen.
Hier zahlt sich außenpolitische Kontinuität aus: der gute Draht nach
Moskau. Es war klar, dass für Chodorkowski kein Platz in Russland
war. Er wäre andernfalls kaum begnadigt worden. Als er um Hilfe bat,
wurde sie geleistet. Mit den USA wäre so eine diskrete Aktion
momentan kaum vorstellbar gewesen.
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Datum: 20.12.2013 - 19:06 Uhr
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