Mitteldeutsche Zeitung: Aufarbeitung der Vergangenheit
Immer mehr junge Menschen klären Stasi-Verstrickungen toter Angehöriger
ID: 593017
Stasi-Unterlagen-Behörde klären, ob tote Familienangehörige in die
Aktivitäten des DDR-Geheimdienstes verstrickt oder von ihnen
betroffen waren. Das teilte Behördenleiter Roland Jahn der in Halle
erscheinenden "Mitteldeutschen Zeitung" (Montag-Ausgabe) mit. "Die
zunehmende Zahl von Anträgen auf Akteneinsicht von Verstorbenen
zeigt, dass die nächste Generation wissen will, wie ihre Eltern und
Großeltern gelebt haben", sagte er dem Blatt. In den ersten zwei
Monaten 2011 wurden 640 solcher Anträge bei der Behörde gestellt. Sie
mussten häufig abgewiesen werden, weil die gesetzliche Grundlage für
eine Akteneinsicht fehlte. Im Januar und Februar 2012 hat sich die
Zahl dieser Anträge auf 1 135 nahezu verdoppelt. Die
Erfolgsaussichten sind nun größer, da die Akteneinsicht mit der zu
Jahresbeginn in Kraft getretenen Novelle des
Stasi-Unterlagen-Gesetzes erleichtert wurde. Nach dem alten Gesetz
konnten nahe Angehörige lediglich in Ausnahmefällen beziehungsweise
bei rechtlichen Auseinandersetzungen Auskunft verlangen. Jetzt kann
ihnen Einsicht auch dann gewährt werden, wenn es ganz allgemein darum
geht, die Einflussnahme der Staatssicherheit auf ein
Familienschicksal zu ergründen. Auch sonst ist der Andrang auf die
Behörde so stark wie lange nicht mehr. Das ergibt sich aus den
neuesten Zahlen, die der "Mitteldeutschen Zeitung" vorliegen. Demnach
gingen in den ersten beiden Monaten des laufenden Jahres 2012 knapp
24 000 Anträge auf persönliche Akteneinsicht ein. Hochgerechnet auf
das Jahr wären dies 144 000. So viele waren es das letzte Mal 1998
und 1999. 2011 stellten rund 80 000 Menschen Anträge auf
Akteneinsicht. Jahn erklärte dazu: "Das Bedürfnis der Menschen, in
die Akten zu schauen, ist ungebrochen. Es geht ihnen dabei um
Aufklärung über das, was war. Es genau zu wissen, das ist ein Gewinn
für sie." Infolge der Novellierung des Stasi-Unterlagen-Gesetzes ist
schließlich die Zahl der Stasi-Überprüfungen im öffentlichen Dienst
etwas gewachsen. Es waren im Januar 41 und im Februar 27; im
Dezember, also vor der Gesetzesänderung, waren es 15. Der Kreis
derer, die überprüft werden dürfen, ist in der Novelle noch einmal
ausgeweitet worden. Jetzt können alle Mitarbeiter des öffentlichen
Dienstes ab der Gehaltsstufe A 9 ohne Anlass überprüft werden, vorher
ausschließlich Behördenleiter.
Pressekontakt:
Mitteldeutsche Zeitung
Hartmut Augustin
Telefon: 0345 565 4200
Themen in dieser Pressemitteilung:
Unternehmensinformation / Kurzprofil:
Bereitgestellt von Benutzer: ots
Datum: 12.03.2012 - 02:00 Uhr
Sprache: Deutsch
News-ID 593017
Anzahl Zeichen: 2755
Kontakt-Informationen:
Stadt:
Halle
Kategorie:
Politik & Gesellschaft
Diese Pressemitteilung wurde bisher 292 mal aufgerufen.
Die Pressemitteilung mit dem Titel:
"Mitteldeutsche Zeitung: Aufarbeitung der Vergangenheit
Immer mehr junge Menschen klären Stasi-Verstrickungen toter Angehöriger"
steht unter der journalistisch-redaktionellen Verantwortung von
Mitteldeutsche Zeitung (Nachricht senden)
Beachten Sie bitte die weiteren Informationen zum Haftungsauschluß (gemäß TMG - TeleMedianGesetz) und dem Datenschutz (gemäß der DSGVO).
Anderthalb Jahre nach dem Anschlag auf den Magdeburger Weihnachtsmarkt gibt es erstmals eine finanzielle Bilanz zu den körperlichen Schäden der Opfer. Die Zahlen stammen von der R+V-Versicherung, die den vom Attentäter Taleb A. als Waffe missbrauchten Mietwagen versichert hatte. Wie die in Halle
Anwalt von Weihnachtsmarkt-Opfern rechnet mit Millionenklagen gegen Stadt Magdeburg ...
Mögliche Fehler und Versäumnisse beim Schutz des Magdeburger Weihnachtsmarktes könnten die Stadt Magdeburg finanziell teuer zu stehen kommen. Der Magdeburger Rechtsanwalt Thomas Klaus, der rund 100 Opfer des Anschlags vom Dezember 2024 vertritt, rechnet mit Schadensersatzklagen gegen die Kommune.
Neue Grundsteuer setzt Kommunen in Sachsen-Anhalt finanziell unter Druck ...
Die neue Grundsteuer bringt Sachsen-Anhalts Kommunen bislang weniger Einnahmen als vor der Reform. Das berichtet die in Halle erscheinende Mitteldeutsche Zeitung (Donnerstagausgabe). Nach Angaben des Städte- und Gemeindebundes sanken die Einnahmen bei der Grundsteuer A um 1,7 Millionen Euro und bei
Weitere Mitteilungen von Mitteldeutsche Zeitung
Rheinische Post: Sozialverbands-Chef Schneider: Kaufkraftverluste bei Rentnern trotz steigender Renten ...
Der Chef des Paritätischen Wohlfahrtsverbandes, Ulrich Schneider, hat kritisiert, dass die Rentner trotz steigender Bezüge Kaufkraftverluste hinnehmen müssen. "Seit 2004 ist die Kaufkraft der Rentner um neun Prozent gesunken", sagte Schneider der in Düsseldorf erscheinenden "Rh
Westfalen-Blatt: Das WESTFALEN-BLATT (Bielefeld) zum NRW-Abitur ...
Deutschland braucht kluge Köpfe. In Abiturienten wird viel Hoffnung gesetzt. Die Rechnung geht auf. Von Jahr zu Jahr werden es mehr. Waren es 2010 noch 77 657 erfolgreiche Abiturienten, wuchs die Zahl im vergangenen Jahr auf 80 611 - eine gute Nachricht. Im nächsten Jahr kommt die Steigerung vo
Mittelbayerische Zeitung: Leitartikel zu Fukushima/Energiewende von Christian Kucznierz ...
Es gibt zwei Ereignisse des frühen 21. Jahrhunderts, die sich schon jetzt ins kollektive Gedächtnis eingebrannt haben. Das eine ist der Einsturz der Zwillingstürme in New York am 11. September 2001. Das andere ist die Kernschmelze im japanischen Atomkraftwerk Fukushima am 11. März 2011. Beid
Weser-Kurier: Kommentar zum Schweizer Urlaubsreferendum ...
Die spinnen, die Schweizer!" würde der dicke Gallier Obelix wohl wieder sagen - aber das ist erstens die französische Sicht aufs Arbeitsleben und zweitens zu schlicht gedacht. Denn wenn sich die Schweizer mit satter Zweidrittel-Mehrheit gegen eine Verlängerung des gesetzlichen Mindesturla




