Neue Westfälische (Bielefeld): KOMMENTAR
Debatte um ein NPD-Verbot
Zögern und Zaudern
HUBERTUS GÄRTNER
ID: 601896
Rechtsterroristen Uwe Mundlos, Uwe Böhnhardt und Beate Tschäpe nach
zehn Jahren und mindestens ebenso vielen Ermittlungspannen endlich
aufgeklärt war, da herrschte überall in Deutschland Betroffenheit und
peinliches Entsetzen. Politiker, Publizisten und die allermeisten
Bürger waren sich einig darin, dass die braune Ideologie und ihre
Vertreter in Zukunft viel entschiedener bekämpft werden müssten, als
das in der Vergangenheit der Fall war. Auch die NPD müsse verboten
werden - so hieß es überall im Land. Doch heute ist plötzlich wieder
ein großes Zögern und Zaudern zu spüren. Warum nur? Die NPD ist eine
rechtsextremistische Partei, die das politische System unseres Landes
abschaffen will und sich dabei einer "rassistischen,
antidemokratischen und fremdenfeindlichen Ideologie bedient", wie es
in den Verfassungsschutzberichten regelmäßig heißt. Außerdem haben
die Ermittlungen zu den Zwickauer Rechtsterroristen erneut deutlich
gemacht, dass die NPD zahlreiche Querverbindungen zu den
gewaltbereiten Neonazis unterhält. Deshalb muss der Anlauf für ein
neues Verbotsverfahren unternommen werden. Er ist allerdings sorgsam
vorzubereiten. Eine zweite Panne wie 2003 darf es beim
Bundesverfassungsgericht nicht geben. Deshalb ist es ein erster
richtiger Schritt, hohe NPD-Funktionäre als V-Leute abzuschalten.
Zwar lässt sich mit Verboten allein der Rechtsextremismus nicht
besiegen, zwar gibt es auch eine gewisse Wahrscheinlichkeit dafür,
dass einige NPD-Vertreter sich noch weiter radikalisieren und in den
Untergrund abtauchen, doch dieser Untergrund existiert bereits. Es
ist die Aufgabe der Sicherheitsbehörden, ihn zu bekämpfen. Völlig
unerträglich wäre es aber, wenn NPD-Vertreter weiter ganz legal in
Parlamenten sitzen und dort ihre Hetze verbreiten dürften.
Pressekontakt:
Neue Westfälische
News Desk
Telefon: 0521 555 271
nachrichten@neue-westfaelische.de
Themen in dieser Pressemitteilung:
Unternehmensinformation / Kurzprofil:
Bereitgestellt von Benutzer: ots
Datum: 22.03.2012 - 20:40 Uhr
Sprache: Deutsch
News-ID 601896
Anzahl Zeichen: 2171
Kontakt-Informationen:
Stadt:
Bielefeld
Kategorie:
Politik & Gesellschaft
Diese Pressemitteilung wurde bisher 266 mal aufgerufen.
Die Pressemitteilung mit dem Titel:
"Neue Westfälische (Bielefeld): KOMMENTAR
Debatte um ein NPD-Verbot
Zögern und Zaudern
HUBERTUS GÄRTNER"
steht unter der journalistisch-redaktionellen Verantwortung von
Neue Westfälische (Bielefeld) (Nachricht senden)
Beachten Sie bitte die weiteren Informationen zum Haftungsauschluß (gemäß TMG - TeleMedianGesetz) und dem Datenschutz (gemäß der DSGVO).
Hunderte Tankstellen in Nordrhein-Westfalen verstoßen gegen die gesetzliche Spritpreisregel - doch geahndet wird bislang kein einziger Fall. Seit Anfang April wurden in NRW insgesamt 2.634 unzulässige Preiserhöhungen durch 447 Tankstellen registriert, wie aus einer Analyse von Daten des Bundeskar
Verdi-Chef Werneke: AfD hätte bei uns keine Chance ...
Bielefeld. Verdi-Chef Frank Werneke sieht derzeit keinen wachsenden Einfluss der AfD auf die Gewerkschaften im Land. Auf die Frage im Interview mit der "Neuen Westfälischen" (Bielefeld), ob der Einfluss der AfD auch in Gewerkschaften zunehme, sagt Werneke: "In den Gewerkschaften nich
Verdi-Chef sieht Angriff auf alle Bereiche des Sozialstaats ...
Bielefeld. Der Chef der Vereinigten Dienstleistungsgesellschaft Verdi, Franke Werneke, warnt davor, Reformen auf dem Rücken der Beschäftigten durchzusetzen. "Es gibt gerade einen Angriff auf praktisch alle Bereiche des Sozialstaats - auf Arbeitnehmerrechte, Kündigungsschutz, Lohnfortzahlung
Weitere Mitteilungen von Neue Westfälische (Bielefeld)
Neue Westfälische (Bielefeld): Kommentar Terrormorde in Frankreich Schrillere Töne PETER HEUSCH, PARIS ...
Der Serienmörder von Toulouse hat Frankreich zehn Tage lang in Angst und Schrecken versetzt. Aber er hat die Republik nicht, wie von ihm behauptet, auf die Knie gezwungen. Zu panischen Überreaktionen ist es nicht gekommen, auch weil Staatschef Sarkozy Würde bewies. Als Garant der Werte und de
Neue Westfälische (Bielefeld): Kommentar Vorratsdatenspeicherung Leutheusser in der Bredouille KNUT PRIES, BRÜSSEL ...
Rechtlich ist der Fall klar: Deutschland hat die EU-Regeln in Sachen Datenspeicherung nicht umgesetzt. Dabei ist die Richtlinie ordnungsgemäß, das heißt unter deutscher Mitwirkung im EU-Parlament und Ministerrat, verabschiedet worden. Berlin ist zur Umsetzung verpflichtet. Die EU-Kommission ih
FZ: "Eine vernünftige Basis" Kommentar der "Fuldaer Zeitung" (Freitag, 23. März 2012) zur Reform des Transplantationsgesetzes/Organspende ...
Solche Debatten haben leider Seltenheitswert im Bundestag: Quer über Parteigrenzen hinweg diskutierten gestern Parlamentarier engagiert und ernsthaft über ein Thema, das jeden betreffen kann, auch wenn man es noch so gerne verdrängen möchte: die Organspende. Ähnlich wie bei der Debatte über
Stuttgarter Nachrichten: Kommentar zu Bosch ...
Anders als Deutsche-Bank-Chef Josef Ackermann, der bereits lange vor seinem Abtritt von Piranhas aus dem eigenen Vorstand ins Visier genommen wird, sind Machtkämpfe bei Bosch verpönt - erst recht solche, die in der Öffentlichkeit ausgetragen werden. Das zeigt sich auch darin, dass mit Bernd Bo




