Westfalenpost: Kommentar zu Energie /Umwelt /Umweltminister gibt Wald für Windernte frei /In NRW hat sich der Wind gedreht /Von Wilfried Goebels
ID: 607175
Wenn Umweltminister Johannes Remmel die Wälder für den Bau von
Windrädern öffnet, rüttelt er an einem Tabu. Das Landschaftsbild
verändert sich, längst nicht jeder Tourist und jeder Anwohner wird
die riesigen Windspargel über den Baumkronen als Bereicherung oder
als optischen Reiz empfinden. Die Energiewende hat ihren Preis. Wer
sauberen Strom will, muss die Windräder akzeptieren. Im dicht
besielten NRW reichen die Vorrangflächen für Anlagen außerhalb der
Wälder schlicht nicht aus. Deshalb führt an der Nutzung kahler
Kyrill-Flächen und Fichtenwälder für die Windernte kein Weg vorbei.
Gewinner sind Waldbesitzer, die ihre Flächen bislang nur für den
Holzeinschlag nutzen konnten. Da wird der private Wald zur Sparkasse,
wenn Investoren als Pächter auftreten. Lukrative Einspeisevergütungen
machen das Windrad schon nach sieben Jahren zum gewinnbringenden
Geschäft. Von der Gewerbesteuer profitiert dann auch die Kommune. Und
der Widerstand vor Ort nimmt sicher ab, wenn eine
"Bürger-Genossenschaft" als Betreiber den Wind selbst erntet. Der
Umweltminister weiß um die Gratwanderung bei der Öffnung der Wälder.
Aus Sorge vor dem Protest der Naturschutzverbände bleiben Laubwälder
und Schutzzonen windradfrei. Gleichwohl wäre Remmel gut beraten, bei
aller Euphorie über die Energiewende bei der Genehmigung der Anlagen
nicht übers Ziel hinauszuschießen. Der Wind hat sich gedreht, die
Windkraft genießt eine höhere Akzeptanz als vor Jahren. Wer die
Wälder aber total verspargelt, erzeugt neue Protestwellen. Vorrang
muss weiter die Nutzung minderwertiger, lärmbelasteter Flächen in der
Nähe von Autobahnen und Bahntrassen haben. Der Wald muss zu allererst
Ruhe- und Erholungsraum bleiben. Remmel sollte Eingriffe in die
Kulturlandschaft Wald deshalb mit Augenmaß vornehmen. Der Umstieg auf
die erneuerbaren Energien braucht die Akzeptanz der Bürger und den
Konsens mit den Kommunen. Die Öffnung der Wälder darf nicht dazu
führen, dass die Menschen am Ende vor lauter Windrädern keinen Wald
mehr sehen.
Pressekontakt:
Westfalenpost Hagen
Redaktion
Telefon: 02331/9174160
Themen in dieser Pressemitteilung:
Unternehmensinformation / Kurzprofil:
Bereitgestellt von Benutzer: ots
Datum: 29.03.2012 - 19:27 Uhr
Sprache: Deutsch
News-ID 607175
Anzahl Zeichen: 2400
Kontakt-Informationen:
Stadt:
Hagen
Kategorie:
Politik & Gesellschaft
Diese Pressemitteilung wurde bisher 207 mal aufgerufen.
Die Pressemitteilung mit dem Titel:
"Westfalenpost: Kommentar zu Energie /Umwelt /Umweltminister gibt Wald für Windernte frei /In NRW hat sich der Wind gedreht /Von Wilfried Goebels"
steht unter der journalistisch-redaktionellen Verantwortung von
Westfalenpost (Nachricht senden)
Beachten Sie bitte die weiteren Informationen zum Haftungsauschluß (gemäß TMG - TeleMedianGesetz) und dem Datenschutz (gemäß der DSGVO).
Oliver Ruhnert, der designierte Generalsekretär des Bündnisses Sahra Wagenknecht (BSW), spricht Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) in seiner Partei den nötigen Rückhalt ab. Merz habe "keine Hausmacht mehr", so Ruhnert im Interview mit der in Hagen erscheinenden WESTFALENPOST (Print: Mo
Westfalenpost: Herdecker Bürgermeisterin gibt erstes Interview nach Messerangriff ...
Die neue Bürgermeisterin von Herdecke, Iris Stalzer, hat sich rund drei Wochen nach der Messerattacke auf sie erstmals in einem Interview ausführlich öffentlich geäußert (Online: Freitag/ Print: Samstagsausgabe). Die 57-jährige SPD-Politikerin hatte am 7.Oktober in ihrem eigenen Haus lebensgef
Westfalenpost: Ministerpräsident Wüst: Keine neue Gebietsreform für NRW ...
NRW-Ministerpräsident Hendrik Wüst (CDU) hat die Kommunale Neugliederung in Nordrhein-Westfalen vor 50 Jahren gewürdigt. "Die Gebietsreform war ein wichtiger Schritt, um die kommunale Verwaltung in Nordrhein-Westfalen zukunftsfähig zu machen", sagt er der WESTFALENPOST (WP; Online Mitt
Weitere Mitteilungen von Westfalenpost
Ostsee-Zeitung: Kommentar zum Scheitern der Schlecker-Hilfe ...
Wochenlang hatten die Schlecker-Mitarbeiter gebangt doch am Ende war alles vergebens: Bundesweit mehr als 10 000 Beschäftigte der Drogeriekette werden in den kommenden Tagen ihre Kündigung im Briefkasten finden. Denn Bayern macht nicht mit bei der länderfinanzierten Auffanglösung. Die mitreg
Südwest Presse: KOMMENTAR · SCHLECKER ...
Für die Gralshüter der Marktwirtschaft ist die Welt seit gestern wieder in Ordnung. Mit ihrem Nein zu den Schlecker-Bürgschaften haben die FDP-Wirtschaftsminister in Niedersachsen, Sachsen und zuletzt in Bayern gezeigt, dass auf ihre Linientreue Verlass ist. Wäre ja noch schöner, wenn "
Ostsee-Zeitung: Kommentar zu Fiskalpakt und ESM ...
Zwar hat Angela Merkel im Gegenzug den EU-Staaten die Zusage für eine Schuldenbremse abgerungen. Doch das Knurren darüber bleibt unüberhörbar. Denn kein Parlament mag es, wenn sein Königsrecht - die Hoheit über den Staats-Etat - eingeschränkt wird. Damit nicht genug: Auch die längst vers
Stellenabbau beim Vattenfall-Kundenservice ...
Focus online berichtet am 6.12.2011, dass Vattenfall die Entscheidung über die Zukunft von 900 Stellen in Berlin und Hamburg bis zum Jahresende vertagt hat. Entschieden wird darüber, ob die Jobs des Kundenservices ausgelagert werden, oder ob es innerhalb des Unternehmens zu einem Stellenabbau komm




