Badische Neueste Nachrichten: Mühsamer Dialog

Badische Neueste Nachrichten: Mühsamer Dialog

ID: 620623
(ots) - Die Zeiten, in denen die Islamkonferenz allein
deshalb schon als Erfolg galt, weil sie existierte, da es erstmals
ein Gremium gab, in dem Vertreter des Staates und der Muslime in
Deutschland miteinander redeten, sind längst vorbei. Sechs Jahre nach
ihrer Gründung wird die Islamkonferenz ausschließlich an ihren
Ergebnissen gemessen. So gesehen kann Bundesinnenminister Hans-Peter
Friedrich, der noch immer so wirkt, als könne und wolle er mit dem
ungeliebten Erbe seiner Vorgänger nichts anfangen, zufrieden sein.
Die jetzt verabschiedete Erklärung gegen häusliche Gewalt und
Zwangsverheiratung, auf die sich die Muslime unterschiedlichster
Herkunft und Religiosität verständigt haben, ist von enormer
Bedeutung für die in Deutschland lebenden Muslime. Unmissverständlich
kommt darin zum Ausdruck, dass Gewalt gegen Frauen und
Zwangsverheiratung weder religiös begründbar sind noch eine
Glaubensfrage darstellen, sondern ausschließlich einem überkommenen
patriarchalischen Gesellschaftsbild entspringen. Auch für muslimische
Mädchen und Frauen gelten die Freiheitsrechte des Grundgesetzes.
Dieses Bekenntnis war überfällig. Dass die Islamkonferenz gleichwohl
an einem toten Punkt angekommen ist, hat andere Gründe, die in der
Konstruktion des Gremiums liegen. Die Verbände vertreten nur eine
Minderheit der in Deutschland lebenden Muslime, die unabhängigen
Einzelpersonen haben erst recht kein Mandat, und was den aufgeklärten
säkularen Kräften nicht reicht, geht den konservativen Gruppen schon
viel zu weit. Und mittendrin ein Innenminister, der wenig Engagement
zeigt. Viel spricht dafür, dass die Islamkonferenz mit Ende der
Legislaturperiode still und leise ausläuft. Es war gut, dass es sie
gegeben hat, das Erreichte kann sich sehen lassen, aber nun sind die
Muslime selbst gefordert, ihr Verhältnis zu dem Land, in dem sie


leben, zu klären und sich klar und unmissverständlich zum Grundgesetz
und den in Deutschland geltenden Gesetzen zu bekennen. Ganz ohne
Islamkonferenz und ohne Bundesinnenminister.



Pressekontakt:
Badische Neueste Nachrichten
Klaus Gaßner
Telefon: +49 (0721) 789-0
redaktion.leitung@bnn.de

Themen in dieser Pressemitteilung:


Unternehmensinformation / Kurzprofil:
drucken  als PDF  Westfalen-Blatt: Das WESTFALEN-BLATT (Bielefeld) zu Bilanzen derÖlmultis Schwäbische Zeitung: Ein Erfolg für die Provinz - Kommentar
Bereitgestellt von Benutzer: ots
Datum: 19.04.2012 - 20:39 Uhr
Sprache: Deutsch
News-ID 620623
Anzahl Zeichen: 2388

Kontakt-Informationen:
Stadt:

Karlsruhe



Kategorie:

Politik & Gesellschaft



Diese Pressemitteilung wurde bisher 262 mal aufgerufen.


Die Pressemitteilung mit dem Titel:
"Badische Neueste Nachrichten: Mühsamer Dialog"
steht unter der journalistisch-redaktionellen Verantwortung von

Badische Neueste Nachrichten (Nachricht senden)

Beachten Sie bitte die weiteren Informationen zum Haftungsauschluß (gemäß TMG - TeleMedianGesetz) und dem Datenschutz (gemäß der DSGVO).

Badische Neueste Nachrichten: Der mündige Verbraucher ...
Auf der Zielgeraden der Legislaturperiode haben Union und FDP noch ein Gesetz durch den Bundesrat bekommen, das die Rechte der Verbraucher nachhaltig stärkt. Mit abschreckend hohen Bußgeldern und neuen Obergrenzen für Gebühren will es unlauterer Telefonwerbung, übereifrigen Inkassobüro


Weitere Mitteilungen von Badische Neueste Nachrichten


Westfalen-Blatt: Das WESTFALEN-BLATT (Bielefeld) zu Bilanzen derÖlmultis ...
Ohne Gewinne geht ein Unternehmen früher oder später den Bach herunter. Die Frage bleibt dennoch: Auf wessen Kosten wurden diese Überschüsse erzielt? Die Antwort gibt das US-Magazin Forbes, das die Liste der 2000 gewinnträchtigsten Firmen aufgelistet hat. Autofahrer werden sich nicht wundern

Westfalen-Blatt: Das WESTFALEN-BLATT (Bielefeld) zum Thema Islamkonferenz ...
Die Islamkonferenz könnte eine Institution sein, die Wegweiser für den Dialog der Religionen schafft. Diese Chance ist gestern nicht genutzt worden. Anstatt Lösungen für Missstände zu suchen, verdrängten Aussagen von Unionsfraktionschef Volker Kauder (CDU) und die Debatte um Salafisten wicht

Westfalen-Blatt: Das WESTFALEN-BLATT (Bielefeld) zum Thema Drogenpolitik in Holland ...
Für Deutsche hat es sich in den Niederlanden spätestens ab dem nächsten Jahr ausgekifft. Zumindest auf legalem Wege. Und das ist genau der Knackpunkt der Drogenpolitik unserer Nachbarn. Das Ansinnen mag gut gemeint sein, aber solange es keine grenzüberschreitend einheitliche Regelung zum Umg

Rheinische Post: USA am Pranger ...
Angesichts der widerlichen Bilder aus Afghanistan, die eine amerikanische Zeitung jetzt veröffentlicht hat, gerät der derzeit hochkochende Skandal um einige Agenten des US-Secret-Service, die sich am Rande des Amerika-Gipfels mit kolumbianischen Prostituierten gebalgt haben, schon fast zur Pet


 

Werbung



Sponsoren

foodir.org The food directory für Deutschland
News zu Snacks finden Sie auf Snackeo.
Informationen für Feinsnacker finden Sie hier.

Firmenverzeichniss

Firmen die firmenpresse für ihre Pressearbeit erfolgreich nutzen
1 2 3 4 5 6 7 8 9 A B C D E F G H I J K L M N O P Q R S T U V W X Y Z