Westfalen-Blatt: Mord an Witwe aus Bielefeld geklärt. Einmaliger Fall in der deutschen Kriminalgeschichte.
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Bielefeld ist geklärt und könnte einmalig in der deutschen
Kriminalgeschichte sein. Das berichtet das Bielefelder
Westfalen-Blatt (Online-Ausgabe). Versteckt hinter einer
Karnevalsmaske soll ein 18-jähriger Sanitäter die Frau
niedergestochen haben - möglicherweise, um anschließend als »Retter«
aufzutauchen und die schwer verletzte Frau bis zum Eintreffen des
Notarztes am Leben zu halten, was aber nicht geglückt war, heißt es
in dem Zeitungsbericht. Nach Informationen der Zeitung haben Beamte
der Mordkommission in der elterlichen Wohnung des 18-Jährigen eine
Karnavalsmaske sichergestellt, auf der das Landeskriminalamt
abgewischtes Blut sichtbar gemacht hat. Außerdem konnte das
Landeskriminalamt an einem Küchenmesser der Familie Blut der
ermordeten Rentnerin nachweisen. Der 18-Jährige, der in der
Justizvollzugsanstalt Herford in Untersuchungshaft sitzt, hat bisher
bestritten, die Frau getötet zu haben. Der junge Mann, der bis zu
seiner Festnahme seinen Bundesfreiwilligendienst beim
Arbeiter-Samariter-Bund in Bielefeld absolvierte, lebte mit seiner
Mutter und seiner Schwester in der Wohnung über der Witwe. Zur
Tatzeit war er mit ihr alleine im Haus, weil Mutter und Schwester in
einer Kur waren. Der Sanitäter hat ausgesagt, er habe am 29. März
die Hausbesitzerin Hanna L. schwerverletzt im Flur ihrer Wohnung
entdeckt und versucht, die auf dem Boden liegende Frau mit
Herzmassage zu retten. Damit erklärte er auch seine blutverschmierte
Kleidung. Doch fand die Rechtsmedizin Münster Blutspuren an Pullover
und Schuhen, die nur von der Tat herrühren konnten. Daraufhin war im
April Haftbefehl gegen den 18-Jährigen erlassen worden. Sollte sich
das Verbrechen so abgespielt haben wie vermutet, erinnert das an
Feuerwehrmänner, die Brände legen, um dann als erste das Feuer zu
löschen, schreibt das Westfalen-Blatt. Die Staatsanwaltschaft will
den 18-Jährigen psychiatrisch untersuchen lassen. Der Fall weist
Parallelen zu dem Mord an der zwölfjährigen Vanessa aus Bayern auf.
Sie war 2002 von einem 19-Jährigen erstochen worden, der sich mit
einer Karnevalsmaske als Tod verkleidet hatte. Er hatte sich
Horrorfilme angesehen - wie der 18-jährige Sanitäter aus Bielefeld,
der unmittelbar vor der Tat den Schocker »Saw« gesehen hatte.
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Westfalen-Blatt
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Andreas Kolesch
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Datum: 15.05.2012 - 11:03 Uhr
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