Neue OZ: Kommentar zu Berlin Flughafen
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Liebe Güte, jetzt reicht es aber auch mal. Wie sich Abgeordnete im
Bundestag nochmals über das Berliner Flughafendebakel ausließen,
entbehrt nicht einer gewissen Heuchelei.
Natürlich ist die Sache ärgerlich für Reisende und richtig schlimm
für einige Unternehmen und deren Mitarbeiter. Natürlich geht es um
viel Steuergeld. Und natürlich wirft es kein gutes Licht auf den
Standort Deutschland, wenn die Eröffnung des Vorzeigeprojekts immer
wieder aufgeschoben wird. Man sollte die Probleme aber auch nicht
überbewerten. Dass Deutschland technisch gesehen Spitze ist im Planen
und Umsetzen von Großprojekten, wird weltweit kaum bezweifelt.
Vielmehr diente die Bundestagsdebatte auch dazu, Dreckwäsche zu
waschen. Dass ausgerechnet Grünen-Fraktionschefin Renate Künast als
Großkritikerin auftrat, zeigt, dass sie ihre Niederlage im Berliner
Wahlkampf gegen den Regierenden Bürgermeister Klaus Wowereit nicht
verkraftet hat. Ihn lässt das Flughafendebakel ohnehin aussehen wie
einen Anfänger. Die hitzige Debatte darf dennoch nicht zu
Kurzschlussreaktionen führen. Dass etwa der Chef der
Flughafengesellschaft im Amt bleiben soll, ist richtig. Die Eröffnung
der Anlage wurde um ein Dreivierteljahr verschoben, in dieser Zeit
könnte sich jemand anderes kaum in die Feinheiten des Mammutprojekts
einarbeiten.
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Datum: 25.05.2012 - 22:00 Uhr
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