Westfalenpost: Bundeswehr/Familie
Mit dem Streit um Drohnen, mit Diskussionen um
Auslandseinsätze und den Problemen der Bundeswehrreform sind keine
Orden mehr zu verdienen. Das weiß die neue Verteidigungsministerin -
und eröffnet ein neues Schlachtfeld. Dienst und Familie müssen
künftig besser vereinbar sein, fordert sie. Kinderbetreuung will sie
ausbauen, Versetzungen reduzieren. Eine kluge Strategie, wie man sie
von einer Querdenkerin wie Ursula von der Leyen wohl erwarten konnte.
Dass sie auch beharrlich genug ist, solche Pläne durchzusetzen, hat
sie bereits bei der Einführung des Elterngeldes gegen alle
Widerstände in ihrer eigenen Partei gezeigt.
Alte Kämpfer
in der Politik mögen sich nun über Teilzeitkriege, über die
Vier-Tage-Afghanistan-Woche und über Kitas in Kundus lustig machen.
Doch die Ministerin ist auf dem richtigen Weg. Mit der Aussetzung
der Wehrpflicht konkurriert die Bundeswehr nämlich mit Unternehmen um
Fachkräfte. Sie muss also zum attraktiven Arbeitgeber werden - nicht
nur für Frauen in der Truppe, sondern auch für Soldaten, deren
Ehefrauen heutzutage selbst einen Beruf ausüben, die nicht mehr wie
früher ihrem Mann bei jeder Versetzung quer durch Deutschland folgen
können.
Damit die Soldaten und Soldatinnen aber ihren
anspruchsvollen, manchmal höchst belastenden Dienst ausüben können,
benötigen sie ein sicheres Umfeld in der Familie oder bei guten,
dauerhaften Freunden. Auf der anderen Seite kann die Bundeswehr,
vielmehr die Gesellschaft, keine sozialen Einzelkämpfer in der Truppe
gebrauchen, die auf sich allein gestellt sind. Sie benötigt vielmehr
Mitarbeiter aus der Mitte dieser Gesellschaft. Den "Staatsbürger in
Uniform" muss es auch nach Aussetzung der Wehrpflicht noch geben.
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Datum: 12.01.2014 - 19:40 Uhr
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