RNZ: "Ein Geschenk" - Rhein-Neckar-Zeitung zu Ukraine/Janukowitsch
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Kiew über das "vergiftete Angebot". Innerlich dürften sie jedoch
jubilieren. Denn ein schöneres Geschenk hätte Viktor Janukowitsch
ihnen nicht machen können.
Ernsthaft verlockend war der Handel nur für politische Naivlinge -
oder für denjenigen, der sich bereitwillig korrumpieren lassen
möchte. Der hofft, sich als Regierungschef oder dessen Vize die
Taschen zu füllen. Politische Macht geht mit diesen Ämtern nämlich
kaum einher, im semipräsidentiellen System der Ukraine sind sie nur
kleine Rädchen, untergeordnet dem direkt vom Volk gewählten
Präsidenten.
Die Ablehnung dürfte den Oppositionsführern daher leicht gefallen
sein: Weil sie für andere moralische Prinzipien stehen und - nicht
zuletzt - weil ihre Gefolgschaft ihnen einen solchen Schritt
keinesfalls hätte durchgehen lassen. Ließe man sich mit Ämtern
kaufen, wäre der Aufstand nicht beendet - sondern Klitschko, Jazenjuk
& Co. würden sich nur urplötzlich auf der anderen Seite wiederfinden.
Mit ihrem "Nein" können die Oppositionsführer Stärke zeigen und
ihren Leuten versichern: Wir stehen zu euch. Für Janukowitsch
bedeutet es die Gewissheit, dass er wirklich ernsthaft mit seinen
Gegnern verhandeln muss. Hoffentlich ist er dazu bereit - und denkt
nicht, er habe bereits einen attraktiven Handel angeboten.
Pressekontakt:
Rhein-Neckar-Zeitung
Dr. Klaus Welzel
Telefon: +49 (06221) 519-5011
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Datum: 26.01.2014 - 21:02 Uhr
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