WAZ: Deutsche müssen antike Funde an Ägypten zurückgeben
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den Zeiten der Pharaonen an Ägypten herausgeben. Das hat nach einem
Bericht der Westdeutschen Allgemeinen Zeitung (WAZ, Mittwochsausgabe)
das Landgericht in Freiburg im Breisgau angeordnet.
Es hat mit seinem Beschluss ein fünf Jahre langes und der
Öffentlichkeit bisher nicht bekanntes Ringen um die Rückführung von
vier Altertümern entschieden, darunter sind ein Miniaturobelisk, ein
Familienmonument und ein Statuenschrein. Die Rückgabe soll so bald
wie möglich erfolgen.
Die vom Ägyptischen Museum in Berlin als echt bewerteten Stücke
waren nach Informationen der Zeitung 2009 als Beute von Grabräubern
durch die Zollfahndung bei Weil am Rhein an der Grenze zur Schweiz
beschlagnahmt worden. Die Bundesregierung hat die Herausgabe an
Ägypten seither verweigert, obwohl Ägypten in dieser Zeit mehrfach
vergeblich versuchte, die geraubten Altertümer nach Hause zu holen.
Kairo verlangte in internen Verbalnoten sogar zwei Mal die Befassung
des Bundestages.
Deutschland hält gestohlene und hier von Zoll und Polizei
sichergestellte Kulturgüter oft über mehrere Jahre zurück. Ursache:
Die Herkunftsländer können den nach deutschem Recht anspruchsvollen
Eigentumsnachweis im Kulturgüterrückgabegesetz nicht führen.
So müssen die Objekte schon vor dem Raub in einer Liste von
wertvollen nationalen Kulturgütern eingetragen gewesen sein. Die
wenigsten Länder würden solche Listen führen, hatte schon 2013 der
damalige Kulturstaatsminister Bernd Neumann die Gesetzgebung
kritisiert. In einem Regierungspapier heißt es: "Seit Inkrafttreten
des Gesetzes wurde kein einziges Objekt auf dessen Grundlage
herausgegeben".
Eine Sprecherin des Auswärtigen Amtes sagte der Zeitung,
Rückgaben seien "auf anderer Rechtsgrundlage sehr wohl" erfolgt.
Neumann hatte in diesem Zusammenhang aber nur von "Einzelfällen"
gesprochen.
Nach dem Bericht des früheren Staatsministers hat es seit 2008
zahlreiche Rückgabeforderungen aus zentralamerikanischen Staaten
gegeben, aber auch aus Ägypten, Irak, Iran, der Türkei, Russland,
China und anderen Staaten. Sie seien ohne Ausnahme gescheitert.
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Datum: 02.04.2014 - 05:00 Uhr
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