Allg. Zeitung Mainz: Crash programmiert / Kommentar zur Vorratsdatenspeicherung
ID: 1044540
der Europäische Gerichtshof das EU-Gesetz zur
Vorratsdatenspeicherung. Jetzt kann in dieser causa erst mal jedes
Land machen, was es will. Das zeigt die grundlegende Problematik von
Rechtsprechung, bei der oft genug nicht klar ist, wer eigentlich das
letzte Wort hat: das oberste nationale Gericht oder die EU-Instanz.
Das Bundesverfassungsgericht reagiert seit langem zurecht höchst
sensibel, wenn es um die eigene Souveränität geht. Wann Karlsruhe
sich im Zweifel beugen muss und wann nicht, das ist keineswegs auf
allen Feldern eindeutig geregelt. Da ist der Crash programmiert - und
das wäre dann ein weiterer Schlag für alle, die das Hohelied des
einigen Europa singen. Heißt alles in allem:Das Prinzip der
Subsidiarität muss neue Wertigkeit gewinnen, der Gedanke, dass der
Verlust nationaler Entscheidungsbefugnis nur akzeptabel ist, wenn er
überragende Vorteile für alle bringt. Zur Sache selbst, der
Vorratsdatenspeicherung, hat das Bundesverfassungsgericht bereits
2010 das Entscheidende gesagt: Der Eingriff ist legal und sinnvoll,
wenn die rechtsstaatlichen Schranken exakt definiert sind. Nun mit
dem Luxemburger Wind im Rücken und dem Totschlag-Argument "Sammelwut"
auf den Lippen der Vorratsdatenspeicherung vollends den Garaus machen
zu wollen, wäre Verrat am Sicherheitsgedanken. Auch das Stichwort
"NSA" ändert daran nichts. Was die NSA getan hat, war Spionage,
zumindest ein Affront gegen einen befreundeten Staat, möglicherweise
sogar kriminell. Die Vorratsdatenspeicherung aber soll Kriminalität
ja gerade verhindern oder ahnden. Und eine Argumentation auf der
intellektuellen Ebene "aber überhaupt, irgendwie" sollten wir uns
ersparen.
Pressekontakt:
Allgemeine Zeitung Mainz
Florian Giezewski
Regionalmanager
Telefon: 06131/485817
desk-zentral@vrm.de
Themen in dieser Pressemitteilung:
Unternehmensinformation / Kurzprofil:
Bereitgestellt von Benutzer: ots
Datum: 08.04.2014 - 20:18 Uhr
Sprache: Deutsch
News-ID 1044540
Anzahl Zeichen: 2079
Kontakt-Informationen:
Stadt:
Mainz
Kategorie:
Innenpolitik
Diese Pressemitteilung wurde bisher 167 mal aufgerufen.
Die Pressemitteilung mit dem Titel:
"Allg. Zeitung Mainz: Crash programmiert / Kommentar zur Vorratsdatenspeicherung"
steht unter der journalistisch-redaktionellen Verantwortung von
Allgemeine Zeitung Mainz (Nachricht senden)
Beachten Sie bitte die weiteren Informationen zum Haftungsauschluß (gemäß TMG - TeleMedianGesetz) und dem Datenschutz (gemäß der DSGVO).
Der Politikwissenschaftler Prof. Dr. Karl-Rudolf Korte hält einen Austritt der FDP aus der Berliner Ampelkoalition für möglich. "Die Ergebnisse der FDP bei den vergangenen Landtagswahlen befinden sich im kaum noch messbaren Bereich", sagt Korte im neuen Podcast der VRM "Korte &
Es bleibt ein Störgefühl / Kommentar von Jens Kleindienst zum Karlsruher AfD-Urteil ...
Als demokratisch gewählter Vertretung des Volkes kommt dem Bundestag "bei der Gestaltung seiner inneren Organisation und des Geschäftsgangs ein weiter Spielraum zu". So hat es das Bundesverfassungsgericht jetzt bekräftigt - und sich damit selbst große Zurückhaltung auferlegt. Einzige
Wir brauchen eine Vision für unser Land / Kommentar von Dennis Rink zum Zustand Deutschlands ...
Wohin führt unsere Reise? Befindet sich Deutschland wirklich im Sinkflug? Und was bedeutet das für uns? Umfragen bestätigen regelmäßig, dass wir Deutsche uns diese Frage immer häufiger stellen - und dass wir Sorgen haben. Können wir hier noch sicher leben? Bleibt die Demokratie die sattelfest
Weitere Mitteilungen von Allgemeine Zeitung Mainz
Allg. Zeitung Mainz: Augen zu und durch / Kommentar zurÖkostrom-Reform ...
Wer existenzielle Entscheidungen aufgrund eines Schocks trifft, darf sich nicht wundern, wenn die Sache gründlich daneben geht. Der kompromisslose Ausstieg aus der Kernenergie nach der Katastrophe von Fukushima ist so ein Fall. Die Angelegenheit ist umso schlimmer, weil der Verzicht auf die Str
BERLINER MORGENPOST: Ein Erfolg mit politischen Folgen/ Ein Leitartikel von Gilbert Schomaker ...
Die freiwillige Räumung des Oranienplatzes durch die Flüchtlinge ist ein Erfolg für Integrationssenatorin Dilek Kolat. Der SPD-Politikerin ist es gelungen, die Menschen, die seit Monaten in Kreuzberg unter menschenunwürdigen Zuständen campierten, zum Umzug in ein ehemaliges Hostel zu bewegen.
Mittelbayerische Zeitung: Zahnlose Mahner / Kommentar zur Kritik des Bayerischen Rechnungshofs an staatlicher Geldverschwendung ...
Rund 17,5 Millionen Euro für vier leerstehende Lagerhallen, Schleierfahnder die in unterbesetzten Revieren Nachtschicht schieben, oder Solar- und Photovoltaikanlagen auf staatlichen Gebäuden, die sich nie rentieren: In schöner Regelmäßigkeit moniert der Bayerische Oberste Rechnungshof staat
Mittelbayerische Zeitung: Für die Arbeitsplätze / Kommentar zur Ökostrom-Reform ...
Bislang war der "Neustart der Energiewende" nicht viel mehr als eine schöne Floskel aus Sonntagsreden, ein frommer Wunsch angesichts der dramatisch aus dem Ruder gelaufenen Energiereform und -kosten. Gestern hat Energieminister Sigmar Gabriel nun die konkreten Details der Reform-Reform




