iPS-Zellen sind nicht 'ethisch unproblematisch'
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iPS-Zellen sind nicht "ethisch unproblematisch"
Die juengsten Publikationen von chinesischen Wissenschaftlern in den Zeitschriften "Nature" und "Cell Stem Cell" stellen eine weitere Entwicklung der Stammzellforschung dar. Sie zeigen jedoch auch, dass jeder wissenschaftliche Fortschritt in diesem ethisch umstrittenen Forschungsfeld neue Fragen aufwirft.
Was mit embryonalen Stammzellen bereits moeglich war, ist nun auch mit iPS-Zellen durchfuehrbar. Aus iPS-Zellen lassen sich nun scheinbar lebensfaehige Individuen klonen. Die Gefahr, dass das reproduktive Klonen mit den Erfolgen der Reprogrammierung naeher rueckt, ist damit nicht so leicht von der Hand zu weisen, wie sich dies einige Beobachter vielleicht gewuenscht haben. Mit den Erfolgen der Reprogrammierung werden "klassische" Begriffe aus der Embryologie wie etwa Totipotenz und Pluripotenz als Unterscheidungsmerkmal zunehmend in Frage gestellt. Da sich diese Begriffe auch etwa im Embryonenschutz- sowie im Stammzellgesetz finden, muss die Politik die neuen Entwicklungen sorgfaeltig beobachten.
Bereits vor den juengsten Publikationen haben Forscher in der Zeitschrift "Cell Stem Cell" eine ethische und politische Debatte ueber das Potenzial der neuen iPS-Zellen angemahnt. Verantwortungsbewusste Politik muss diese Fragen offen mit Wissenschaft und Gesellschaft diskutieren, um hier - wenn notwendig - den gesetzlichen Rahmen anzupassen. Diesen Dialog wird die SPD weiter fuehren.
Es wird vor dem Hintergrund der juengsten Forschungsergebnisse zu diskutieren sein, ob man politisch - bei gleichem Entwicklungspotenzial - iPS-Zellen als "ethisch unproblematisch" bewerten kann, waehrend die Nutzung embryonaler Stammzellen engen Grenzen unterliegt und auch weiterhin unterliegen sollte. Mit den Ergebnissen dieser Publikationen wird eine neue ethische Frage aufgeworfen, die Gesellschaft und Politik beantworten muessen.
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Datum: 27.07.2009 - 13:34 Uhr
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