Weser-Kurier: Kommentar von Alexander Pitz zum Jugendschutz im Internet
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Fan-Bekundung, Selbstporträts aus dem Gleisbett - gefährliche
Jugendtrends breiten sich im Zeitalter von Web 2.0 rasanter aus als
je zuvor. Der Jugendschutz im Internet dümpelt dagegen vor sich hin.
Schuld daran sind allzu zaghafte Netz-Lobbyisten und der deutsche
Föderalismus. Anders als bei den sogenannten Trägermedien wie CDs
oder DVDs, die dem Jugendschutzgesetz unterworfen sind, gilt für das
Internet der völlig veraltete Jugendmedienschutzstaatsvertrag der
Bundesländer. Der stammt aus dem Jahr 2003 und wird den technischen
Möglichkeiten der sozialen Netzwerke schon lange nicht mehr gerecht.
Doch notorische Bedenkenträger aus der Netzgemeinde, die hinter jedem
Vorstoß einen Anschlag auf die Meinungsfreiheit vermuten, haben
bislang jede Reform verhindert. Zuletzt knickte 2010
Nordrhein-Westfalen ein und machte damit eine Einigung auf einen
neuen Staatsvertrag unmöglich. Nun wagen die Bundesländer unter der
Federführung von Rheinland-Pfalz und Sachsen einen neuen Vorstoß, dem
allerdings ein ähnliches Schicksal droht. Ein weiterer Misserfolg
wäre aber fatal. Denn Totalverweigerung führt faktisch zur
Kapitulation des gesetzlichen Jugendschutzes im Netz.
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Datum: 05.06.2014 - 21:30 Uhr
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