Westfalen-Blatt: Das WESTFALEN-BLATT (Bielefeld) zu Ukraine und Russland
ID: 1072952
Gasstreit zwischen Russland und der Ukraine friedlich am
Verhandlungstisch gelöst würde. Die politische Konfrontation hat -
allen Beschwörungen bei Gipfeltreffen zum Trotz - keineswegs
nachgelassen. Und so verlegt sich Moskau nun darauf, unter dem
Deckmantel seriöser Geschäfte die Ukraine weiter an die Wand zu
spielen. Denn es geht nicht nur um Gas, sondern um die Fortsetzung
des Kampfes mit anderen Mitteln. Immer häufiger hatten beide Seiten
in den vergangenen Tagen betont, man werde nicht ein Thema lösen
können, ohne die anderen nicht auch in ein Paket einzubringen. Für
Kiew heißt das: Man braucht Russland, um die Kämpfer im Osten des
Landes endlich besiegen zu können und man will die Annektierung der
Krim nicht akzeptieren. Für Moskau bedeutet das, man braucht eine
Vereinbarung mit der Ukraine und somit auch mit der EU, um endlich
wieder als seriöser Geschäftspartner dazustehen. Beides scheint nun
vorerst einmal geplatzt. Es gibt kein Gas und es gibt auch keinen
Frieden für das Land zwischen den beiden Blöcken. Dabei hat sich die
Lage gefährlich entwickelt. Der russische Präsident Wladimir Putin
muss durch gleiche Nadelstiche, wie er sie austeilen lässt, erleben,
dass die vermeintliche Vorrangstellung seines Landes immer weiter
gefährdet ist. Der Baustopp der Schwarzmeer-Pipeline nach Europa
gehört als ein Signal der EU dazu. Denn Brüssel zeigt deutlich, dass
man auf einen politisch unsicheren Partner wie Moskau nicht auf Dauer
setzen wird. Von den milliardenschweren Einnahmen, die Gazprom damit
wegbrechen, abgesehen, ist eine solche Demütigung auf dem Weltmarkt
keineswegs verkaufsförderlich. Die Verantwortung dafür liegt im
Kreml, nicht in der Gazprom-Chefetage. Angesichts eines solchen
Berges an Problemen konnte EU-Energiekommissar Günther Oettinger gar
nicht anders, als zu scheitern. Das ist fatal, weil die beiden Gegner
in Kiew und Moskau nunmehr ohne Vermittler dastehen, der nötig wäre,
um etwas in Gang zu bringen. Das kann nicht auf der Beamtenebene
geschehen. Dazu braucht es politischer Schwergewichte, die Putin in
die Schranken weisen können. Bisher ist kein Bewerber sichtbar, der
sich in diesen Konflikt einschaltet. Zumal die EU gerade mit sich
selbst beschäftigt ist, um alle Führungsfiguren auszutauschen. Die
Union, aber auch alle anderen Staaten zwischen Russland und Europa,
dürfen sich nicht auf der beruhigenden Gewissheit ausruhen, dass der
Griff zum Gashahn im Sommer halb so folgenschwer ist. Viel schlimmer
als die Gewissheit, dass der nächste Winter kommt, ist die Tatsache,
dass es derzeit keine erkennbaren Gesprächskanäle zwischen den
Streitparteien gibt, von denen man sich etwas erhoffen könnte. Der
Abschluss des ukrainischen Militärflugzeugs, die geplatzten
Vermittlungen im Gasstreit - die Signale stehen auf Verschärfung,
nicht auf Entspannung.
Pressekontakt:
Westfalen-Blatt
Nachrichtenleiter
Andreas Kolesch
Telefon: 0521 - 585261
Themen in dieser Pressemitteilung:
Unternehmensinformation / Kurzprofil:
Bereitgestellt von Benutzer: ots
Datum: 16.06.2014 - 21:00 Uhr
Sprache: Deutsch
News-ID 1072952
Anzahl Zeichen: 3312
Kontakt-Informationen:
Stadt:
Bielefeld
Kategorie:
Politik & Gesellschaft
Diese Pressemitteilung wurde bisher 189 mal aufgerufen.
Die Pressemitteilung mit dem Titel:
"Westfalen-Blatt: Das WESTFALEN-BLATT (Bielefeld) zu Ukraine und Russland"
steht unter der journalistisch-redaktionellen Verantwortung von
Westfalen-Blatt (Nachricht senden)
Beachten Sie bitte die weiteren Informationen zum Haftungsauschluß (gemäß TMG - TeleMedianGesetz) und dem Datenschutz (gemäß der DSGVO).
Der international renommierte Jazz-Trompeter Till Brönner befürchtet, dass Politik und Gesellschaft nichts aus der Zeit der Corona-Pandemie gelernt haben. "Das Erste, was wir tun, wenn es eng wird, ist ausgerechnet unsere DNA, nämlich die Kultur- und die Veranstaltungsbranche und die, die un
34 Polizeischüsse: Autofahrer gelähmt, Ermittlungen eingestellt ...
Die 34 Schüsse, die Polizisten vor zwei Jahren in Bad Salzuflen auf einen Audi und seinen Fahrer (19) abgegeben hatten, bleiben ohne strafrechtliche Folgen - es wird keinen Prozess geben. Die Staatsanwaltschaft Detmold hat nach WESTFALEN-BLATT-Informationen das Verfahren gegen die beiden Herforder
NRW: Polizei überwacht afghanischen Sexualtäter ...
Im Kreis Herford (NRW) wird ein afghanischer Sexualstraftäter in Absprache mit dem Landeskriminalamt "engmaschig" von der Polizei überwacht. Der 24-Jährige, der als rückfallgefährdet gilt, hatte nach einer Sexualtat eine Haftstrafe von drei Jahren und acht Monaten verbüßt und war in
Weitere Mitteilungen von Westfalen-Blatt
Rheinische Post: Weg von Moskaus Gas Kommentar Von Antje Höning ...
Gazprom hat wie jeder Verkäufer das Recht, sein Gas so teuer wie möglich anzubieten. Und die Ukraine hat wie jeder Käufer die Pflicht, ihre Rechnungen zu bezahlen, was sie oft genug unterließ. Dennoch geht es natürlich um mehr als Gas. Nachdem der Terror der pro-russischen Separatisten nicht
Weser-Kurier: Kommentar von Andreas Kölling zum Gasstreit ...
Fast 50 Prozent aller privaten Haushalte heizen mit Gas. Alternativen? Fehlanzeige. Wenn es auch andere Lieferanten gibt, etwa am Persischen Golf, dann fehlen die Pipelines für den Transport. Wir sind massiv abhängig vom russischen Gas und den Entscheidungen im Kreml. Russland setzt sein Gas - und
Rheinische Post: Pofallas Wechsel Kommentar Von Thomas Reisener ...
Die Empörung war groß, als der geplante Wechsel von Ex-Kanzleramtschef Ronald Pofalla zur Bahn durchsickerte. Der Aufsichtsrat fühlte sich übergangen, die Öffentlichkeit witterte Amtsmissbrauch und schlechten Stil. Keiner dieser Vorwürfe hat Bestand. Erstens: Pofalla übernimmt zunächst ei
Rheinische Post: Geisel muss seine Agenda finden Kommentar Von Michael Bröcker ...
NRW-Regierungschefin Hannelore Kraft ist die große Gewinnerin der Stichwahl. Endlich wird die Landeshauptstadt von der SPD regiert. Dass der siegreiche Thomas Geisel die Düsseldorfer Klage gegen den Kommunal-Soli zurückzieht, dürfte Bedingung für ihren Wahlkampfeinsatz gewesen sein. Doch Geis




