Westfalenpost: Gesundheitserziehung sollte sich auf Kinder konzentrieren / Kommentar von Harald Ries zur Prävention
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Einzelnen, dessen Lebensqualität davon abhängt, wie für die
Gesellschaft, die von der Leistungsfähigkeit ihrer Mitglieder lebt.
Kranke Arbeitnehmer kosten die deutsche Volkswirtschaft laut einer
Studie jedes Jahr 225 Milliarden Euro. Und da Vorsorge besser und
meist auch billiger ist als Nachsorge, ist es ein legitimes Interesse
des Staates, darauf zu drängen. Ein Präventionsgesetz soll mehr
System ins System bringen. Laut Koalitionsvertrag sollte es dieses
Jahr kommen; es wird wohl 2015. Rot-Grün und Schwarz-Gelb waren 2005
und 2013 daran gescheitert. Nun ist die Mehrheit klarer, doch die
Abstimmung mit Ländern und Krankenkassen, mit Pflege-, Unfall- und
Rentenversicherung sowie der Bundesanstalt für Arbeit bleibt
schwierig. Dazu sind massive wirtschaftliche Interessen im Spiel wie
bei den Krebs-Vorsorge-Untersuchungen. Die Frage ist aber auch, wie
weit die Aktivitäten reichen sollen: Geht es um Aufklärung oder
sollen Verbote und Strafsteuern das Verhalten der Bürger verändern?
Dient die Drangsalierung der Raucher als Vorbild für den Umgang mit
Menschen, die zu fett essen, zu viel Alkohol trinken, sich zu wenig
bewegen und den Meditationskursus verweigern? Wer nur aufs Ergebnis
schaut, wird die Tabakpolitik als Erfolg werten. Wer an das Recht des
Individuums glaubt, seinen Lebensstil selbst zu wählen und dabei von
staatlichen Erziehungsversuchen verschont zu bleiben, muss das anders
sehen. Eindeutiger ist die Lage bei den Kindern: In ärmeren Familien
essen sie schlechter, bewegen sich weniger, rauchen später öfter. In
Kindergärten und Schulen ist jeder Euro zur Gesundheitserziehung gut
investiert.
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Datum: 11.07.2014 - 19:56 Uhr
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