Mitteldeutsche Zeitung: NSU-Prozess
Opfer-Anwalt fordert Zschäpe auf, ihr Schweigen zu brechen
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Nebenklage im NSU-Prozess, hat die Hauptangeklagte Beate Zschäpe
aufgefordert, ihr Schweigen zu brechen. Anlass ist der Versuch der
39-Jährigen, ihre Verteidiger Anja Sturm, Wolfgang Heer und Wolfgang
Stahl loszuwerden. Eine Aussage sei in Zschäpes eigenem Interesse,
sagte er der in Halle erscheinenden "Mitteldeutschen Zeitung"
(Samstag-Ausgabe). "Ich hoffe und rechne auch damit, dass sie
aussagt. Denn so kann es ja nicht weiter gehen. Zschäpe kann
natürlich schweigen. Aber dann wird sie auf jeden Fall verurteilt und
kriegt auch noch die besondere Schwere der Schuld hinterher,
vielleicht sogar eine Sicherungsverwahrung." Besser wäre es, sie gäbe
Antworten auf folgende Fragen: Warum wurden ausgerechnet die zehn
Todesopfer ausgesucht? Gab es lokale Helfershelfer? Welche Rolle
haben V-Leute gespielt? "Das würde den Opferfamilien helfen und ihre
Ausgangsposition verbessern", fuhr Daimagüler fort, denn: "Zschäpe
steht vor den Trümmern ihrer Verteidigung. Je länger sie wartet,
desto unwahrscheinlicher wird es, dass sich eine Aussage
strafmildernd auswirkt. Wenn Zschäpe am Ende nur noch retten will,
was zu retten ist, ist das nicht mehr so glaubwürdig." Die Ombudsfrau
der Bundesregierung für die NSU-Opfer und ihre Angehörigen, Barbara
John, hatte sich zuvor ähnlich geäußert.
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Hartmut Augustin
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Datum: 19.07.2014 - 02:00 Uhr
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