Westfalenpost: Mangel an Erzieherinnen
Alles gut? Alles schlimm? Was denn nun? Zwischen
Ideal und Katastrophe pendeln Politik und Medien hin und her, wo es
in Wahrheit um stetige Anstrengungen für Verbesserungen geht. Die
Kitas sind ein gutes Beispiel. Der Rechtsanspruch auf ein
Betreuungsangebot für unter Dreijährige werde ins Chaos führen, hieß
es vor dem Stichtag 2013. Nun fehlen zwar immer noch Plätze, aber in
einer großen Anstrengung haben die meisten Kommunen ein ordentliches
zusätzliches Angebot auf die Beine gestellt. Auf Kosten der Qualität?
Das suggeriert eine Sudie: Der pädagogisch notwendige
Betreuungsschlüssel werde nirgendwo erreicht.
Nun wäre es
sicherlich wünschenswert, wenn die einzelne Erzieherin weniger Kinder
zu betreuen hätte. Aber wer soll die zusätzlichen Stellen
finanzieren? Die meisten Kommunen haben kein Geld, und viele Eltern
ächzen schon jetzt unter hohen Gebühren. Und selbst wenn die
Finanzierung geregelt wäre, bliebe das Problem der Besetzung: Dieser
wichtige Beruf ist bescheiden bezahlt und lockt zu wenige junge Leute
an. Also besser bezahlen? Womit? Momentan wäre es schon hilfreich,
wenn die wenigen männlichen Erzieher, die von den Kindern begeistert
aufgenommen werden, von Kolleginnen und Eltern weniger misstrauisch
beäugt würden.
Ansonsten gilt wie immer: Genug ist nie
genug.
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Datum: 25.07.2014 - 19:50 Uhr
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