WAZ: Zahl der Flüchtlinge steigt stark an
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asiatischen Ländern und aus Afrika in immer größeren Zahlen nach
Deutschland. Die meisten kommen illegal über die Grenzen aus
Österreich, Frankreich, Tschechien und auch aus den Niederlanden.
Darunter sind, mit Zügen und in Bussen, zunehmend unbegleitete Kinder
und Jugendliche.
34000 "unerlaubt eingereiste Personen" hat die Bundespolizei im
letzten Jahr aufgegriffen. Das sind 30 Prozent mehr als im Jahr 2012.
Der Trend hat sich im ersten Halbjahr 2014 "noch einmal deutlich"
verstärkt. Die Zahlen lägen schon um 44 Prozent über denen des
Vorjahreszeitraumes, sagte ein Sprecher des Bundespolizeipräsidiums
in der in Essen erscheinenden Westdeutschen Allgemeinen Zeitung (WAZ,
Mittwochausgabe).
Auch die Zahl der Kinder und Jugendlichen nimmt zu, die unerlaubt
ohne Begleitung einreisen. Kamen nach Angaben der Bundespolizei im
Jahr 2013 443 Jugendliche bis 16 Jahren als Flüchtlinge ins Land,
sind es in diesem Jahr bereits 395. Der Bundesfachverband
Unbegleitete Minderjährige Flüchtlinge geht sogar von insgesamt 5548
jungen Menschen aus, die 2013 von Jugendämtern in Obhut genommen
wurden.
"Ich will nicht von einer Welle sprechen. Wir stehen vor einem
Tsunami", sagte Jörg Radek, der Chef der Gruppe Bundespolizei in der
Gewerkschaft der Polizei (GdP), gegenüber der Zeitung. Der
Bürgerkrieg in Syrien sei "Impulsgeber", aber: "Wir haben jetzt auch
steigende Anteile aus den afrikanischen Regionen Sudan und Eritrea".
Radek kritisiert scharf die europäische Flüchtlingspolitik. "Sie
ist gescheitert", sagte er der WAZ - und zielt damit auf die
Vereinbarung ab, dass die ersten Länder, die die Flüchtlinge im
EU-Raum erreichen, auch für die Aufnahme zuständig sind. "Man kann
nicht ärmeren Ländern wie Portugal, Griechenland, Spanien und Italien
die Aufgabe überlassen, Deutschland, Belgien und Dänemark
abzuschotten. Sie sind organisatorisch nicht vorbereitet und mussten
bereits viele aufnehmen". Die deutsche Bundespolizei sei mit dem
Ansturm an den Grenzen überlastet und schiebe 1,6 Millionen
Überstunden vor sich her. Sie stehe auch vor einer humanitären
Herausforderung. "Oft kommen Großfamilien. Dafür gibt es nicht genug
Aufenthaltsmöglichkeiten".
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Datum: 30.07.2014 - 05:00 Uhr
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