WAZ: Bernie Ecclestones Geldhaufen. Kommentar von Dietmar Seher
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Boliden-Boss legt einen Geldhaufen auf den Richtertisch und die
Justiz wirft dafür schnell den Schmiergeld-Vorwurf über Bord. Dass
eine Million der einhundert Millionen Dollar Zahlung in die
Kinderhospiz-Stiftung Olpe fließt, macht es nicht besser. Ist das der
Rechtsstaat? Ja. Und die Einstellung des Bestechungs-Verfahrens gegen
Bernie Ecclestone hat auch wenig mit der verbreiteten Furcht zu tun,
die Reichen könnten sich regelmäßig freikaufen. Denn bis zu 300000
Mal jährlich einigen sich Beklagte, Staatsanwälte und Richter auf
solche Zahlungen. Nicht selten bei Verkehrsdelikten normaler
Straßenrowdys. Das passiert oft dann, wenn ein Gericht zwar das
bestimmte Gefühl einer Schuld des Delinquenten hat, aber nicht die
ausreichenden Beweise. Dennoch schadet ein (zu) kurzer Prozess wie im
Fall des Formel-1-Chefs, der auch Folge des Personalmangels in den
Ermittlungsbehörden ist, dem Ansehen von Justiz und Rechtsstaat.
Gerade komplizierte Wirtschaftsverfahren brauchen Aufklärung bis in
die Details.
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Datum: 05.08.2014 - 19:14 Uhr
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