Experte sieht Medizinischen Dienst der Krankenversicherung (MDK) im "Würgegriff der Kassen" / "Exclusiv im Ersten: Im Zweifel gegen den Patienten?", 11.8.14, 21.50 Uhr im Ersten
ID: 1094397
Sperrfrist: 10.08.2014 09:35
Bitte beachten Sie, dass diese Meldung erst nach Ablauf der
Sperrfrist zur Veröffentlichung freigegeben ist.
Bundesgesundheitsminister Hermann Gröhe will nach Recherchen des
ARD-Politikmagazins "Report Mainz" nach der Sommerpause ein Gesetz in
Angriff nehmen, das den Einfluss der Krankenkassen in den
MDK-Verwaltungsräten auf die medizinischen Dienste zurückdrängen
soll. Der Minister sagte: "Deswegen lasse ich in meinem Hause die
Frage prüfen, ob wir entweder zu einer Begrenzung der Zahl der
Hauptamtlichen aus Krankenkassen in diesen Gremien kommen oder gar zu
einer Unvereinbarkeit einer Gremienmitgliedschaft mit einer
entsprechenden hauptamtlichen Tätigkeit."
Hintergrund seiner Aussage sind Recherchen von "Report Mainz". Das
ARD-Politikmagazin hatte alle MDKs bundesweit gefragt, wie viele
aktuelle oder ehemalige hauptamtliche Kassenmitarbeiter der
gesetzlichen Krankenkassen derzeit in den Verwaltungsräten sitzen. Im
Saarland und in Sachsen sind es fast 60 Prozent der Verwaltungsräte,
beim MDK Nord über 50 Prozent und in Berlin-Brandenburg über 40
Prozent. Im Ergebnis sitzen in allen MDKs bundesweit hauptamtliche
Kassenmitarbeiter in den Verwaltungsräten.
Nach Ansicht des Sozialrechtlers Professor Ingo Heberlein gefährde
das die Unabhängigkeit des MDK. "Wenn die Kassenmitarbeiter
unmittelbar in den Verwaltungsräten in diesem Ausmaß das Geschehen
beim MDK beeinflussen können, dann befindet sich der MDK im festen
Zugriff der Krankenkassen und wird mehr und mehr zu einer
Außenstelle, zu einer Zweigstelle der Krankenkassen. Und das war
eigentlich ursprünglich so nicht beabsichtigt", so Heberlein, der
selbst viele Jahre Geschäftsführer eines Medizinischen Dienstes war.
Für die Patienten bedeute dies, "dass die Begutachtung durch den MDK
eben nicht die erwünschte und gewünschte unabhängige Begutachtung
sein kann".
Ein weiteres Ergebnis der bundesweiten Umfrage von "Report Mainz":
In neun von 15 Medizinischen Diensten stehen hauptamtliche
Kassenmitarbeiter an der Spitze des Verwaltungsrats, in
Rheinland-Pfalz sind es sogar zwei Kassenchefs. "Man bringt den MDK
auf Kassenlinie. Also man könnte auch sagen, das sind Zustände, in
denen der MDK in den Würgegriff der Kassen kommt", so Prof. Ingo
Heberlein.
Der Medizinische Dienst der Krankenversicherung unterstützt die
Kranken- und Pflegekassen in medizinischen und pflegerischen Fragen
und wird von diesen finanziert. Laut Gesetz sind die Gutachter aber
unabhängig.
"Exclusiv im Ersten: Im Zweifel gegen den Patienten? - Der Kampf
um die Pflegestufe", eine Reportage von "Report Mainz", 11. August
2014, 21.50 Uhr im Ersten.
Weitere Informationen auf www.reportmainz.de Zitate gegen
Quellenangabe frei.
Bei Fragen wenden Sie sich bitte an die Redaktion "Report Mainz",
Tel. 06131/929-33351 oder den Autoren Gottlob Schober, Tel. 0173/23
98 176.
Themen in dieser Pressemitteilung:
Unternehmensinformation / Kurzprofil:
Bereitgestellt von Benutzer: ots
Datum: 10.08.2014 - 09:35 Uhr
Sprache: Deutsch
News-ID 1094397
Anzahl Zeichen: 3314
Kontakt-Informationen:
Stadt:
Mainz
Kategorie:
Innenpolitik
Diese Pressemitteilung wurde bisher 292 mal aufgerufen.
Die Pressemitteilung mit dem Titel:
"Experte sieht Medizinischen Dienst der Krankenversicherung (MDK) im "Würgegriff der Kassen" / "Exclusiv im Ersten: Im Zweifel gegen den Patienten?", 11.8.14, 21.50 Uhr im Ersten"
steht unter der journalistisch-redaktionellen Verantwortung von
SWR - Das Erste (Nachricht senden)
Beachten Sie bitte die weiteren Informationen zum Haftungsauschluß (gemäß TMG - TeleMedianGesetz) und dem Datenschutz (gemäß der DSGVO).
Interne EU-Papiere: Waffenschmuggel aus ukrainischen Kriegsgebieten hat 2022 "bereits begonnen" / ARD Politikmagazin heute, 21:45 Uhr, im Ersten Mainz. Angesichts des Ukraine-Kriegs fordert Konstantin von Notz, Sicherheitsexperte der Grünen im Bundestag, ein EU-weites Waffenregister und
"Report Mainz" am Di., 9. Juni 2026, 21:45 Uhr im Ersten - Voraussichtliche Themen ...
Themen in "Report Mainz" Dienstag, 9. Juni 2026, 21:45 Uhr im Ersten / Moderation: Nadia Kailouli "Report Mainz" bringt am Dienstag, 9. Juni 2026, um 21:45 Uhr im Ersten voraussichtlich folgende Beiträge: - Warten auf den Notarzt - Bürokratie statt schneller Hilfe - Smart G
"Mexiko: WM im Schatten der Kartelle" ...
45-minütiger Dokumentarfilm über das größte Sportereignis der Welt und ein Land im Spannungsfeld von Fußball und Gewalt / Ausstrahlung am 5. Juni um 23 Uhr im Ersten und ab 3. Juni in der ARD Mediathek Für die einen ist sie ein Fest des Fußballs, das Menschen weltweit verbindet, für andere
Weitere Mitteilungen von SWR - Das Erste
Kurier am Sonntag: Kommentar von Frauke Fischer zu sogenannten Kampfhunden ...
Das Anliegen der Demonstranten am Sonnabend auf dem Bremer Marktplatz war ehrenwert. Sie appellierten an Politiker nicht nur in der Hansestadt, sondern quasi weltweit, Hunde nicht länger aufgrund angeblich gefährlicher Rassen zu verbieten, sondern stattdessen auf Hundeführerschein und Halterku
Neue OZ: Neue OZ - Interview mit dem FDP-Bundesvorsitzenden Christian Lindner ...
FDP-Chef geschockt über brandenburgischen Wahlkampfslogan "Keine Sau braucht die FDP sollte eine Provokation sein" - Lindner: Landesverbände entscheiden selbst Osnabrück.- Der FDP-Bundesvorsitzende Christian Lindner hat geschockt auf den Wahlkampf-Slogan "Keine Sau
Neue OZ: Neue OZ - Gespräch mit mit Christian Dürr, Sprecher der FDP-Fraktionsvorsitzendenkonferenz ...
FDP kritisiert Innenbehörden der Länder wegen Gefahren durch deutsche Islamisten Bundesvorstand Dürr für Entzug der Staatsbürgerschaft Osnabrück.- In der Debatte um militante Islamisten aus Deutschland hat die FDP die Verfassungsschutzämter von Bund und Ländern aufgefordert, die
Lausitzer Rundschau: Es kann noch viel passieren Die Regierung wird gemocht, die Opposition hofft auf ein Fukushima ...
Das Ansehen von Regierung und Opposition in den Meinungsumfragen funktioniert nicht zwingend nach dem Prinzip kommunizierender Röhren. Deshalb müssen die derzeit registrierten außerordentlich hohen Werte für die Kanzlerin und ihr Kabinett auch nicht unbedingt an der schwachen Performance von




