neues deutschland: Folgerungen aus dem NSU-Untersuchungsbericht: Scham, Wut, Mitgefühl -und was noch?
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NSU-Untersuchungsausschusses war quälend: Scham und Verzweiflung
wechselten sich ab mit Sorge und Wut. Wie erst müssen die Angehörigen
der Opfer gelitten haben bei all dem, was über die Untätigkeit,
Unfähigkeit und Versuche der Vertuschung des rechtsextremistischen
Terrors gesagt werden musste - und wurde! Die Debatte ist nicht
beendet. Denn noch ist nicht gesichert, dass der NSU-Terror wirklich
so einmalig bleibt, wie er bislang dargestellt wird. Geheimdienste,
Polizei, Staatsanwaltschaften wurden als mitschuldig an der Ermordung
von zehn unschuldigen Menschen benannt. Doch der Blick ist zu eng.
Nicht nur, weil im geeinten Deutschland mindestens 180 Menschen aus
rassistischen Gründen umgebracht worden sind. Alle Demokraten müssen
sich von dem Bericht angesprochen fühlen. Neben den Mitarbeitern von
Sicherheits- und Justizbehörden sollten sich Lehrer, Sozialarbeiter,
S-Bahn-Fahrer, Kneipenwirte, Eltern mit den bewiesenen Erkenntnissen
der parlamentarischen Rechercheure und den bislang nur vermuteten
Fakten befassen. Und was ist mit uns Journalisten? Wir dürfen
keinesfalls Abwieglern dienstbar sein, die den NSU und das Problem
Rassismus auf drei fehlgeleitete Jenaer Freunde reduzieren. Einfacher
ist die Achtung des Einzelnen, sind Freiheit und Toleranz, die doch
jeder zurecht für sich einfordert, nicht zu haben.
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Datum: 22.08.2014 - 17:47 Uhr
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