Allgemeine Zeitung Mainz: Glückszonen / Kommentar zu Glück und Zufriedenheit
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schon der römische Philosoph Seneca. Insofern gibt es an dem
regelmäßig erhobenen Glücksatlas nichts zu deuteln. Wie glücklich wir
sind, können wir schließlich nur selbst bestimmen. Und dass wir
Deutschen glücklich im Sinne von zufrieden sind, kann nur denjenigen
wundern, der uns für ein Volk von Grüblern und Nörglern hält. Wer
aber Finanz- und Wirtschaftskrisen besser übersteht als andere, wer
sich weit weg von kriegerischen Auseinandersetzungen wähnt, kann auch
zufriedener sein als andere. Wäre ja schlimm, wenn das anders wäre.
Als zweifelhaft folkloristisch darf man jedoch die
Regionalauswertungen betrachten, die Bundesländer zu Glückszonen
erklären. Es wird wohl kaum die frische Seeluft sein oder die Weite
der Landschaft, die die Norddeutschen glücklicher macht als die
prosperierenden Süddeutschen. Geld (allein) macht bekanntlich nicht
glücklich (zufrieden). Die Lösung dieses Rätsels findet sich wohl
auch im Lebensalter. Die 40- bis 60-Jährigen, die im Süden mehr Jobs
als im Norden finden, sind mit ihrem Leben durchweg weniger zufrieden
als die Jungen und die Alten. Sie sind dem Stress und den
Unsicherheiten eines Arbeitslebens ausgesetzt, das sich einem
Karussell gleich immer schneller dreht. Und sie haben schlicht
weniger Freiheiten als die Jungen und die neuen Alten. Zeit für sich
selbst und Zeit zum Freundschaften pflegen macht schließlich
glücklich, genauso wie das Aufgehobensein in einem Familienverband.
Insofern scheint die augenzwinkernde These des französischen
Philosophen Montesquieu widerlegt, dass Glück allein noch nicht
glücklich mache: "Man will nicht nur glücklich sein, sondern
glücklicher als die anderen."
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Datum: 08.10.2014 - 19:09 Uhr
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