Allg. Zeitung Mainz: Farbe bekennen / Kommentar zu IS
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islamisch-konservativen Staatspräsidenten der Türkei, Recep Tayyip
Erdogan. Wenn Kurden die Terrormiliz des IS bekämpfen, muss er Farbe
bekennen. Er will die Kurden nicht zu stark werden lassen. Er sieht
andererseits, was faschistischer Islamismus anrichten kann. Vor allem
wird sich Erdogan daran erinnern müssen, dass die Türkei ein
Nato-Land ist. Und dass er mindestens die Hälfte seines Staatsvolkes
gegen sich hätte, wenn er versuchte, den Islam in der Türkei noch
stärker in den Vordergrund zu rücken. Wenn Erdogan klug ist, dann
wird er sich mäßigen - und auch keine aufrührerischen Wahlkampfreden
mehr in deutschen Sporthallen halten. Wenn die deutschen
Sicherheitspolitiker klug sind, werden sie das Prinzip "Null
Toleranz", das seit gut 15 Jahren recht effizient gegen
Verwahrlosungstendenzen in deutschen Städten und daraus resultierende
allgemeine Kriminalität wirkt, nun in ganz starkem Maße gegen
islamistischen, insbesondere salafistischen Terror in Deutschland
einsetzen. Terror existiert nicht nur in Gestalt physischer Gewalt,
sondern auch auf intellektueller Ebene. In diesem Land ist absolut
kein Platz für Hassprediger, gleichgültig, ob sie sich in prominenten
Talkshows tummeln oder in einer berühmt-berüchtigten Berliner
Moschee. An dieser Stelle Unnachgiebigkeit zu beweisen, hat nichts
mit "politisch rechts" zu tun, sondern mit Pragmatismus und der
Tatsache, dass es abwärts geht mit jedem Staat, der - prinzipiell
notwendige - Toleranz mit Schlafmützigkeit verwechselt und dann zum
Nachtwächterstaat degeneriert.
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Datum: 08.10.2014 - 19:41 Uhr
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