Westfalen-Blatt: zur neuen EU-Kommission
ID: 1125235
sich seine Leute nicht ausgesucht, aber das Beste daraus gemacht -
auch wenn er den Europa-Abgeordneten ein paar schwächere
Mannschaftsmitglieder unterjubeln musste. Die Parlamentarier, die den
Staats- und Regierungschefs mit dem Ruf »Wir sind das Volk« den neuen
Kommissionspräsidenten abgerungen haben, standen letztlich in der
Pflicht, auch seine Führungsriege zu billigen. Das haben sie getan.
Ab jetzt zählen Taten. Und Erfolge. Juncker hat dafür den Boden
bereitet. Die neue Regierungsmannschaft wurde anders aufgestellt,
neue Strukturen eingeführt. Nun ist es Zeit für Lösungen. Die traut
man dem Luxemburger, der wie kein zweiter weiß, wie die EU
funktioniert, durchaus zu. Aber er kann nicht schalten und walten,
wie er will. Fortan ist der neue mächtige Mann in Brüssel auch
Moderator der 28 Mitgliedstaaten und ihrer Führungen. »Brüssel« und
»die EU« - das sind Synonyme für Institutionen, die letztlich nur
bewirken können, was die Länder mittragen. Junckers Arbeitsprogramm
verzichtet auf Schnörkeleien, die sich sein Vorgänger José Manuel
Barroso mit Nichtraucherschutz und Kampagnen für mehr gesunde
Ernährung adipöser Zeitgenossen geleistet hat. Europa soll sich auf
die großen Linien konzentrieren: die Wirtschaftspolitik, den Kampf
gegen die Arbeitslosigkeit. Junckers Team wurde darauf zugeschnitten.
Ob Straßenbau oder digitale Wirtschaft, Agrarfragen oder
Entwicklungszusammenarbeit, Klimaschutz oder Energie - die gemeinsame
Stoßrichtung der unterschiedlichen Politikbereiche ist die Gesundung
der europäischen Ökonomie mit Beseitigung der Massenarbeitslosigkeit.
Das, was emotional als »europäischer Geist« beschworen wird, ist in
der Vergangenheit zunehmend verdunstet. Die kriselnden
Mitgliedstaaten haben ebenso wie die, denen es verhältnismäßig gut
geht, mehr und mehr auf die nationale Karte gesetzt. Protektionismus
in Wirtschaft und Gesellschaft sind wieder im Kommen. Europäische
Gipfel wie der, der heute über die Klimaschutzziele bis 2030 streiten
wird, verkamen zu Ringkämpfen um die jeweils besten
Ausgangspositionen. Anstatt den erhofften Aufschwung gemeinsam zu
erreichen kämpft die EU-Familie gegeneinander. Das kann nicht
funktionieren. Gesunde Haushalte, Reformen zugunsten der
Wettbewerbsfähigkeit müssen von fast allen noch geleistet werden.
Hier wird die neue Kommission zerschlagenes Porzellan kitten müssen.
Juncker muss die Staaten zusammenführen und motivieren, neue Wege zu
gehen, die die EU stärken, weil so auch die einzelnen Länder und ihre
Regionen gestärkt werden. Zu den Herausforderungen gehören deshalb
nicht nur die Probleme, die von außen an die Gemeinschaft
herangetragen werden, sondern auch Eigensinnigkeiten und Rivalitäten
im Inneren. Dafür ist Juncker ein guter Mann. Man kann nur hoffen,
dass dies auch für seine Mannschaft gilt.
Pressekontakt:
Westfalen-Blatt
Nachrichtenleiter
Andreas Kolesch
Telefon: 0521 - 585261
Themen in dieser Pressemitteilung:
Unternehmensinformation / Kurzprofil:
Bereitgestellt von Benutzer: ots
Datum: 22.10.2014 - 21:00 Uhr
Sprache: Deutsch
News-ID 1125235
Anzahl Zeichen: 3287
Kontakt-Informationen:
Stadt:
Bielefeld
Kategorie:
Außenhandel
Diese Pressemitteilung wurde bisher 292 mal aufgerufen.
Die Pressemitteilung mit dem Titel:
"Westfalen-Blatt: zur neuen EU-Kommission"
steht unter der journalistisch-redaktionellen Verantwortung von
Westfalen-Blatt (Nachricht senden)
Beachten Sie bitte die weiteren Informationen zum Haftungsauschluß (gemäß TMG - TeleMedianGesetz) und dem Datenschutz (gemäß der DSGVO).
Der international renommierte Jazz-Trompeter Till Brönner befürchtet, dass Politik und Gesellschaft nichts aus der Zeit der Corona-Pandemie gelernt haben. "Das Erste, was wir tun, wenn es eng wird, ist ausgerechnet unsere DNA, nämlich die Kultur- und die Veranstaltungsbranche und die, die un
34 Polizeischüsse: Autofahrer gelähmt, Ermittlungen eingestellt ...
Die 34 Schüsse, die Polizisten vor zwei Jahren in Bad Salzuflen auf einen Audi und seinen Fahrer (19) abgegeben hatten, bleiben ohne strafrechtliche Folgen - es wird keinen Prozess geben. Die Staatsanwaltschaft Detmold hat nach WESTFALEN-BLATT-Informationen das Verfahren gegen die beiden Herforder
NRW: Polizei überwacht afghanischen Sexualtäter ...
Im Kreis Herford (NRW) wird ein afghanischer Sexualstraftäter in Absprache mit dem Landeskriminalamt "engmaschig" von der Polizei überwacht. Der 24-Jährige, der als rückfallgefährdet gilt, hatte nach einer Sexualtat eine Haftstrafe von drei Jahren und acht Monaten verbüßt und war in
Weitere Mitteilungen von Westfalen-Blatt
Das Erste, Donnerstag, 23. Oktober 2014, 5.30 - 9.00 Uhr Gäste im ARD-Morgenmagazin ...
07.05 Uhr, Eva Högl, SPD, stellv. Mitglied im Innenausschuss, Thema: Flüchtlinge 08.05 Uhr, Renate Künast, Bündnis90/Die Grünen, Mitglied im Ausschuss für Recht und Verbraucherschutz, Thema: Chemie in Kleidung Pressekontakt: WDR Presse und Information, Annette Metzinger, Tel. 0221-220
WAZ: Junkers letztes Aufgebot. Kommentar von Knut Pries zur EU-Kommission ...
Der neue Kommissionspräsident Juncker hat seinem Team ein melodramatisches Etikett verpasst: "Kommission der letzten Chance". Das ist eine verkappte Bitte um Unterstützung und zugleich eine Beschreibung des Ist-Zustands. Die Vertrauenskrise dauert an. Zwar hat die Mehrheit der Bürge
Allg. Zeitung Mainz: Wackelig / Kommentar zur EU ...
Jean-Claude Juncker versteht etwas von Geld. Das ist eine der guten Nachrichten. Eine Zweite: Nicht nur in Relation zu seinem Vorgänger Barroso, der enttäuschte, sondern auch absolut gesehen ist Juncker ein Hochkaräter. Zaubern kann er allerdings nicht. Im Alter von 59 und mit einer Fähigkeit
Märkische Oderzeitung: Die "Märkische Oderzeitung" in Frankfurt (Oder) schreibt zu EU-Kommission/Juncker: ...
Den großen Wurf freilich wird auch Juncker nicht aus der Tasche zaubern können, und er sollte diesbezüglichen Erwartungen an ein großartiges Investitionsprogramm entgegentreten. Es ist ja nicht Liquidität, die in Europa angesichts der Null-Zins-Politik der EZB fehlt, sondern das Vertrauen i




