Allg. Zeitung Mainz: Stoppsignal / Kommentar zum Streik der Lokführer

Allg. Zeitung Mainz: Stoppsignal / Kommentar zum Streik der Lokführer

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(ots) - Wie fast alles im Leben ist auch die Frage nach der
wirtschaftlichen Verhältnismäßigkeit des Lokführerstreiks eine Frage
der Perspektive. Für die Verhältnisse des Jahres 2014 ist GDL-Chef
Claus Weselsky eine Reizfigur. Gemessen an den ÖTV-Streiks der
siebziger Jahre mit elf Prozent Lohnplus oder dem monatelangen
Arbeitskampf der IG Metall zur Durchsetzung der 35-Stunden-Woche ist
er aber fast noch ein Softie. Der Umstand, dass der Gewerkschaftsboss
sich mittlerweile dennoch heftiger Kritik ausgesetzt sieht, muss also
andere Ursachen haben. Die sind gesellschaftlicher Natur und schnell
gefunden: Die GDL streikt, um ihre Machtbasis zu sichern oder gar zu
verbreitern. Nicht in Abgrenzung zum Unternehmen Bahn, sondern mit
Blick auf andere Arbeitnehmervertretungen. Dieses Vorgehen
pervertiert die Idee des Streikrechts, und deshalb ist Weselskys
Taktik nicht hinnehmbar. Wer einen Ego-Trip napoleonischen Ausmaßes
auf dem Rücken Hunderttausender von Reisenden austrägt, muss ganz
schnell zur Vernunft gebracht werden. Und zwar vom
Gewerkschaftslager. Denn: Der Schaden, der der Bahn entsteht, ist
schlimm genug. Aber sie hat genug Substanz, um ihn wegzustecken. Was
aber knapp davor ist, irreparabel beschädigt zu werden, ist die
generelle Akzeptanz für Arbeitskämpfe. Wer als von einem Streik
Betroffener damit rechnen muss, vor allem von Splittergewerkschaften
für ganz andere Zwecke instrumentalisiert zu werden als diejenigen,
die das Streikrecht eigentlich zu einem sehr vornehmen machen, wird
künftig auch für legitime Anliegen von Beschäftigten kein Verständnis
mehr haben. Und deshalb sollte jetzt schleunigst die Suche nach
demjenigen beginnen, der Weselsky ein unübersehbares Stoppsignal
setzt.



Pressekontakt:
Allgemeine Zeitung Mainz
Florian Giezewski
Regionalmanager
Telefon: 06131/485817


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Datum: 05.11.2014 - 18:44 Uhr
Sprache: Deutsch
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Kategorie:

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