Weser-Kurier: ZumÄrztemangel auf dem Lande schreibt Alexander Pitz:
ID: 1155918
ländlichen Regionen droht eine Unterversorgung mit Hausärzten, in
etlichen ist die Lage für die Patienten schon jetzt unzumutbar. Doch
nach wie vor gibt es kein erfolgversprechendes politisches Rezept, um
diesem Trend entgegenzuwirken. Krankenkassen und Ärzteverbände
schieben sich gegenseitig die Verantwortung zu, und die
Bundesregierung verlässt sich allzu sehr auf die Selbstverwaltung im
deutschen Gesundheitswesen. Bislang wird hauptsächlich versucht,
Mediziner mit finanziellen Zusatzanreizen dazu zu bewegen, sich als
Landarzt in einer Mangelregion niederzulassen. Umsatzgarantien
gehören dazu ebenso wie vergünstigte Kredite. Doch all das fruchtet
kaum. Immer noch lassen sich potenzielle Kandidaten viel lieber in
den Ballungsgebieten nieder. Dort gibt es allerdings viel zu viele
Ärzte. Es herrscht hierzulande also gar kein Mangel. Die Verteilung
ist das Problem. Der Vorschlag von GKV-Chefin Doris Pfeiffer,
Kassenzulassungen nur noch befristet zu vergeben, ist daher aus
Patientensicht uneingeschränkt begrüßenswert. Es ist in der Tat
schwerlich begründbar, wieso Ärzte die Zulassung lebenslang bekommen
und obendrein verkaufen und vererben können. Wer das Recht in
Anspruch nehmen möchte, mit einer gesetzlichen Krankenkasse
abzurechnen, muss als Arzt einen Beitrag dazu leisten, die
Versorgungssicherheit innerhalb des Systems sicherzustellen. Wer das
nicht tun will, kann keine lebenslangen Garantien erwarten, mit denen
man sich bequem einrichten kann. Werden die Zulassungen weiter nach
diesem Prinzip vergeben, ist ein Umsteuern zugunsten
strukturschwacher Regionen schlicht unmöglich. Das Grundrecht der
Berufsfreiheit wäre durch eine befristete Vergabe nicht angetastet.
Jedem Arzt steht es jederzeit frei, sich mit einer Privatpraxis
niederzulassen, wo immer er will.
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Datum: 30.12.2014 - 20:34 Uhr
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