Mittelbayerische Zeitung: Kommentar von Christine Straßer zur Mülltrennung
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drosselt die Treibhausgase und raubt der Mafia eines ihrer
ertragreichsten Geschäftsfelder. Mülltrennung ist eine tolle Sache.
Ein Problem entsteht, sobald die gute Idee in Gesetze gegossen wird.
Wer einen Blick in das Kreislaufschutzgesetz wirft, wird dort von
einer Biotonne nichts lesen. Wenn sich Umweltministerin Barbara
Hendricks aber doch überall eine Biotonne wünscht, warum schreibt sie
das dann nicht in ihr Gesetz? Offenbar weil das zu einfach wäre.
Liest man sich die diversen Abfallverordnungen durch, die es in
Deutschland gibt, ist das mit der Mülltrennung überhaupt plötzlich
sehr kompliziert. Es geht um die Frage: Was für ein Müll ist das?
Beispiel: Grundsätzlich dürfen laut Bioabfallverordnung nicht nur
Grünabfälle und Obstreste in einer grünen oder braunen Tonne landen.
Zur Veranschaulichung hat das Umweltministerium eine Übersicht
erstellt. Demnach wandern Fischgräten in den Biomüll. Einwickeln soll
man sie am besten in Zeitungspapier, das aber bitte nicht bunt
bedruckt ist. Anderes Beispiel, diesmal aus der sechsten Verordnung
zur Änderung der Verpackungsverordnung. Also Verpackung. Ein
Kleiderbügel, der mit einem Kleidungsstück verkauft wurde, ist genau
das. Er kommt in den gelben Sack. Wurde der Kleiderbügel hingegen
getrennt von Hemd, Anzug oder Kleid gekauft, gilt er nicht als
Verpackung, deshalb: Restmülltonne. Klingt nicht logisch? Ist aber
trotzdem so. Sicher sind zwei Dinge: Unser Umweltministerium
produziert tonnenweise zu entsorgendes Altpapier. Und die Begriffe
Müll und Mysterium sind untrennbar miteiander verbunden.
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Datum: 30.12.2014 - 19:37 Uhr
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