WAZ: Jeder gegen jeden und alles fürs Kind. Kommentar von Jens Dirksen zu Helikopter-Eltern
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Zeit ein charmanter Buchtitel. Und ja: Chinesisch-Kurse im
Kindergarten, stiftespitzende Väter in der Grundschul-Klasse und
ohrenspitzende Mütter in der Erstsemestervorlesung - da fällt es
tatsächlich schwer, nicht an Realsatire zu glauben. Dass es immer
mehr Einzelkinder gibt, kann das Phänomen genauso wenig erklären wie
die Elternliebe, die in früheren Zeiten gewiss nicht weniger
ausgeprägt war. Die Helikopter-Eltern sind Bürger einer Gesellschaft,
die zunehmend das Konkurrenz-Prinzip zum obersten Gebot erhebt und
Werte wie Solidarität immer mehr außer Kraft setzt. Die Folgen dieses
Mega-Trends reichen von Pegida bis zu den Klassenzimmern. Das
Gegenstück zu den Helikopter-Eltern ist nämlich auch immer häufiger
zu beobachten: Eltern, deren Kinder vollkommen verwahrlost zur Schule
kommen, ohne Pausenbrot und Turnschuhe für den Sportunterricht,
vernachlässigt und abgehängt. Wir haben Mitte und Maß verloren. Das
ist leider nicht zum Lachen.
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Datum: 06.01.2015 - 19:07 Uhr
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