Mitteldeutsche Zeitung: Anti-Islam-Proteste
Linkenfraktionsvize Wagenknecht empfiehlt Dialog mit Pegida-Anhängern
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im Bundestag, Sahra Wagenknecht, hat dafür plädiert, mit den
Anhängern der Pegida-Bewegung zu reden. "Die Organisatoren von Pegida
schüren rassistische Ressentiments und machen Stimmung gegen
Flüchtlinge", sagte sie der in Halle erscheinenden "Mitteldeutschen
Zeitung" (Donnerstag-Ausgabe) und kämen deshalb für Gespräche nicht
in Betracht. "Aber es gibt eine Reihe von Leuten, die da hingehen,
weil sie die herrschende Politik ablehnen, weil sie empört sind über
prekäre Jobs und miese Renten. Sie haben das Gefühl, da ist endlich
mal eine Protestbewegung. Natürlich muss man mit diesen Leuten reden
und ihnen deutlich machen, dass das nicht einfach eine
Protestbewegung ist, sondern eine Bewegung, die Protest genau in die
falsche Richtung lenkt, die Sündenböcke sucht, statt die wirklich
Schuldigen und die Profiteure zu nennen." Wagenknecht bestritt zudem,
dass Pegida spezifisch ostdeutsch sei. "Natürlich ist es besonders
absurd, wenn ausgerechnet in Dresden, wo nahezu keine Muslime leben,
vor der Islamisierung des Abendlandes gewarnt wird", betonte sie
gegenüber dem Blatt aus Halle. "Aber Befragungen der
Pegida-Teilnehmer zeigen, dass vielen das Thema Islam und Zuwanderung
ziemlich egal ist. Natürlich gibt es auch Ressentiments, aber die
findet man im Westen genauso." Der Fraktionsvorsitzende Gregor Gysi
hatte zuletzt einen anderen Akzent gesetzt und erklärt, der besondere
Zulauf für Pegida im Osten sei eine Reaktion auf die Überforderung
der Ostdeutschen nach der Wende.
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Datum: 22.01.2015 - 02:00 Uhr
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