Rheinische Post: Lebenslänglich arm
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den armen Kindern, die Hunger leiden an Körper und Seele, ist in
unserem Land traurige Wirklichkeit. Jedes fünfte Kind wächst unter
Bedingungen auf, die die Brüder Grimm nicht hätten schlimmer
schildern können. Die Kleinen werden vernachlässigt, schlecht
ernährt, kaum gefördert. Weil Eltern ihre Pflicht nicht ernst nehmen,
bleiben die Kinder in der Entwicklung zurück. Armut ist für sie keine
vorübergehende Erscheinung - sie wird zum Lebensschicksal. Gerade in
den ersten drei Jahren fehlt es in vielen Hartz-IV-Familien an der
Betreuung, die grundlegend ist für den guten Start ins Leben. Was da
verpasst wird, lässt sich kaum nachholen. Eine neue Studie stellt NRW
ein Armutszeugnis aus. Die Landesregierung wirbt gerne mit dem
Slogan, wonach kein Kind zurückgelassen wird. Das Gegenteil ist der
Fall. Dabei geht es nicht allein um mehr Geld. Notwendig wäre, diese
Kinder gezielt zu fördern, damit sie besser sprechen lernen, schnell
Zahlen verstehen, sich gesund entwickeln. Sie sollen das Zupacken
üben, um mit den Bauklötzchen der Kindheit das eigene Leben in die
Hand zu nehmen.
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Datum: 13.03.2015 - 20:25 Uhr
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