NABU-Umfrage: Deutliche Mehrheit der Deutschen will mehr Naturschutz im Jagdrecht
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Jagdgesetze in Nordrhein-Westfalen und Baden-Württemberg hat der NABU
eine repräsentative Bevölkerungsumfrage beim
Meinungsforschungsinstitut forsa in Auftrag gegeben. Die klare
Mehrheit (84 Prozent) der 1.000 Befragten hält es für sehr wichtig
oder wichtig, dass die Aspekte des Natur- und Tierschutzes durch die
Jagdgesetze gestärkt werden. "Wir fordern die Politik auf, die
Jagdgesetze konsequent zu ökologisieren - auch wenn viele
Jagdverbände mit Gesetzen aus dem letzten Jahrhundert lieber weiter
in der Vergangenheit leben wollen", sagte NABU-Bundesgeschäftsführer
Leif Miller.
Sowohl in Nordrhein-Westfalen als auch in Baden-Württemberg fahre
die Jägerschaft schwere Geschütze gegen zaghafte ökologische
Verbesserungen der Jagdgesetze auf. So beharren die Jagdverbände
weiterhin darauf, Tiere mit Fallen töten zu dürfen und streng
geschützte und bedrohte Tierarten wie Krick- oder Tafelente zu
bejagen. "Wollen Jägerinnen und Jäger gesellschaftsfähig bleiben,
müssen sie sich den sozialen und ökologischen Entwicklungen der
vergangenen Jahrzehnte öffnen. So könnte der Wolf zum Lackmus-Test
werden: Der Umgang mit dem Rückkehrer wird zeigen, ob die Jägerschaft
in der Gegenwart ankommt oder weiter Positionen aus der Märchenzeit
aufrecht erhalten will", sagte Miller.
Der NABU hatte erst vor Kurzem die Umweltverträglichkeit des
deutschen Jagdrechts überprüft und festgestellt, dass dieses den
Anforderungen des Tier- und Naturschutzes nicht einmal mehr
ansatzweise genügt. "Die Entwürfe der Jagdgesetze aus
Nordrhein-Westfalen und Baden-Württemberg waren die einzigen, die ein
Stück weit in die Zukunft wiesen", erklärte der
NABU-Bundesgeschäftsführer.
Er kritisierte scharf, dass sich die grün-rote Landesregierung in
Baden-Württemberg dem Druck der Jäger beugen und stark gefährdete
oder vom Aussterben bedrohte Entenarten möglicherweise zur Jagd
freigeben möchte. In der Durchführungsverordnung zum neuen Jagd- und
Wildtiermanagementgesetz war dies in den ersten Entwürfen nicht
vorgesehen. "Die Umfrage des NABU zeigt klar, wohin die Richtung
gehen muss: Die Bürgerinnen und Bürger wollen mehr Natur- und
Tierschutz im Jagdrecht - und kein Einknicken der Politiker vor
anachronistischen Forderungen der Jägerschaft", so Miller.
An die Jagdverbände richtete der NABU-Bundesgeschäftsführer ein
konkretes Angebot: "Angesichts der massiven Herausforderungen - die
biologische Vielfalt geht immer dramatischer zurück im Wald und vor
allem auf Feldern - sollte die organisierte Jägerschaft ihrem eigenen
Anspruch gerecht werden: Zeigen Sie den Naturschützern nicht die
Faust, sondern verhalten Sie sich wie ein anerkannter
Naturschutzverband. Wir reichen Ihnen die Hand, um mit uns gemeinsam
gegen die Bestandsrückgange bei bedrohten Arten vorzugehen und ihre
Lebensräume zu entwickeln. Auf lokaler Ebene funktioniert eine solche
Zusammenarbeit schon sehr gut - jetzt muss nur noch die gesamte
Jägerschaft nachziehen. Die Gesellschaft erwartet von den
Jagdverbänden, dass sie aus den verstaubten Jagdzimmern ins 21.
Jahrhundert treten und sich für den Naturschutz einsetzen."
Die Umfrage-Ergebnisse im Detail: www.NABU.de/downloads/jagd/NABU-
forsa-Umfrage_Deutsche-wollen-oekologischere-Jagdgesetze_2015-03-17.p
df
Das Jagdgesetz-Ranking des NABU: https://www.NABU.de/presse/presse
mitteilungen/index.php?popup=true&show=12401&db=presseservice
Hintergrund zur Umfrage:
Datenbasis: 1.000 Befragte ab 18 Jahren, darunter 204 Befragte in
Baden-Württemberg (für das repräsentative Gesamtergebnis wurde der
Anteil von Baden-Württembergern ihrem Anteil an der Gesamtbevölkerung
entsprechend gewichtet); Erhebungszeitraum: 11. bis 16. März 2015;
Statistische Fehlertoleranz: +/- 3 Prozentpunkte; Auftraggeber: NABU;
Durchführung: forsa
Pressekontakt:
Josef Tumbrinck, NABU-Landesvorsitzender Nordrhein-Westfalen, mobil:
0171-3867379
Dr. Andre Baumann, NABU-Landesvorsitzender Baden-Württemberg, mobil:
0162-9386785
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Datum: 18.03.2015 - 11:06 Uhr
Sprache: Deutsch
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