Mitteldeutsche Zeitung: zuÖcalan
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Türkische Nationalisten halten jede Art von Verhandlungen mit Öcalan
für Hochverrat. Und viele Kurden argwöhnen, Präsident Erdogan gehe es
nur darum, kurdische Stimmen für die Parlamentswahl Anfang Juni zu
mobilisieren. Und tatsächlich braucht Erdogan die Stimmen der Kurden
für seine geplante Verfassungsänderung, mit der er sich noch mehr
Macht verschaffen will. Erdogan wäre gut beraten, das große Bild zu
sehen. Der Kurdenkonflikt schwächt seit Jahren die Türkei. Er bindet
militärische Kräfte, die das Land zur Abwehr äußerer Gefahren
dringend braucht. In den Nachbarländern Irak und Syrien toben
Bürgerkriege. Die IS-Terrormiliz könnte versuchen, auch Ankara ins
Fadenkreuz zu nehmen. Nur eine Türkei, die ihre inneren Konflikte
löst, kann diesen Bedrohung standhalten.
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Mitteldeutsche Zeitung
Hartmut Augustin
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Datum: 22.03.2015 - 17:04 Uhr
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