Weser-Kurier: Zur Todesstrafe in den USA schreibt Thomas Spang:
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unerprobten Giftcocktails an Todeskandidaten, macht das Argument der
Gesetzgeber in Utah Sinn. Erschießungs-Kommandos vermeiden unnötig
lange Qualen. Sie befördern Delinquenten ein wenig martialischer,
aber ziemlich verlässlich ins Jenseits. Darin eine "humane"
Alternative zur Giftnadel zu sehen, beruht dennoch auf einem
gedanklichen Kurzschluss. Er vergisst, den an sich barbarischen Akt
der Todesstrafe infrage zu stellen. Letztlich macht es nur einen
graduellen Unterschied, wie ein wehrloser Mensch, der niemanden mehr
bedroht, im Namen des Staates getötet wird. Brutal bleibt jede dieser
Handlungen. Das EU-Verbot für Hersteller, die tödlichen Medikamente
an die Gefängnisbehörden in den USA zu liefern, und der Druck auf den
einzigen US-Produzenten zwingen die Bundesstaaten mit Todesstrafe nun
der Realität ins Auge zu sehen. So gesehen ist es immerhin ehrlich,
was Utah macht. Falsch bleibt die Entscheidung dennoch. Die einzig
wirklich "humane" Alternative wäre die Abschaffung der Todesstrafe
und die Umwandlung der Urteile in lebenslange Haft gewesen. Ein
solcher Schritt würde den Bundesstaaten eine Menge Geld und Ärger
sparen und die Täter zu einer gerechten Strafe verdonnern.
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Datum: 24.03.2015 - 21:59 Uhr
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