Mitteldeutsche Zeitung: zu Günter Grass
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Bescheidwisser und Rechthaber zeigt, nicht auf. Seine von Thomas
Mann übernommene Rolle des deutschen Repräsentanten und moralischen
Gewissens füllte Grass zwar mit großer Leidenschaft aus, aber er
konnte sie auch jederzeit abstreifen. Zum Vorschein kam dann ein
anarchischer Künstler und im Umgang ein eher leiser und lässiger
Mitmensch. Einer, der als Schriftsteller, und durchaus auch als
Grafiker und Bildhauer, immer das Randständige im Blick hatte: den
Osten aus dem er stammte und dem er in seinen verschiedensten
kulturellen und politischen Ausprägungen die Treue hielt, einer
Sphäre, zu der die deutsch-schlesischen Barockdichter genauso
gehörten wie die polnische Gewerkschaft Solidarnosc. All die
eigenwilligen, aus der Gesellschaft gefallenen Gestalten, die er
beschrieb, wie den Blechtrommler Oskar Matzerath, der als
Dreijähriger beschloss, das Wachsen einzustellen.
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Datum: 13.04.2015 - 20:22 Uhr
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