UN-Antirassismus-Ausschuss: Rassistische Diskriminierung in staatlichen Behörden angehen

UN-Antirassismus-Ausschuss: Rassistische Diskriminierung in staatlichen Behörden angehen

ID: 1213247
(ots) - Nach der Veröffentlichung der Empfehlungen des
UN-Antirassismus-Ausschusses an Deutschland erklärt Petra
Follmar-Otto, Leiterin der Abteilung Inland/Europa des Deutschen
Instituts für Menschenrechte:

"Bund und Länder sollten die ausgewogenen und konkreten
Empfehlungen des UN-Ausschusses an Deutschland zur Grundlage einer
umfassenden und effektiven Strategie gegen Rassismus machen. Die
Bekämpfung von Rassismus muss endlich zu einem wichtigen Politikfeld
in Deutschland werden.

Der Ausschuss beklagt zu Recht, dass die Inhalte der
UN-Antirassismus-Konvention weder in der Öffentlichkeit noch bei
Gerichten und Behörden bekannt sind. Daher spielt die Konvention in
der Rechtspraxis keine Rolle - obwohl sie geltendes Recht in
Deutschland ist.

Der Ausschuss hat zudem deutlich gemacht, dass Rassismus auch in
staatlichen Institutionen und Behörden ein Problem ist. Die über
Jahre erfolglosen Ermittlungen bei der Aufklärung der Taten des NSU
würden deutlich auf systematische Defizite hinweisen. Der Ausschuss
sieht hier einen dringenden Reformbedarf, damit vorurteilsfrei
ermittelt und rassistische Taten durch Polizei und Justiz besser
erkannt werden. Bereits in einem Jahr erwartet der Ausschuss hierzu
Informationen von Deutschland über die Umsetzung von Reformen.

Als ein weiteres Beispiel für rassistische Diskriminierung in
staatlichen Behörden nennt der Ausschuss die Praxis der
Bundespolizei, bei Kontrollen in Zügen Personen nach äußerlichen
Merkmalen wie Hautfarbe auszuwählen. Der Ausschuss empfiehlt
Deutschland, die Rechtsgrundlagen für die Personenkontrollen
aufzuheben oder zu ändern, die Praxis des "Racial Profiling" in den
Polizeigesetzen des Bundes und der Länder gesetzlich zu verbieten und
das Verbot rassistischer Diskriminierung zum festen Bestandteil der


Ausbildung zu machen."

Weitere Informationen:

Empfehlungen des UN-Antirassismus-Ausschusses (Concluding
Observations) an Deutschland http://ots.de/pkP3q

Parallelbericht des Deutschen Instituts für Menschenrechte an den
UN-Ausschuss zur Beseitigung rassistischer Diskriminierung (CERD)
http://ots.de/5mIiI

Informationen zu dem CERD-Prüfverfahren http://ots.de/OguMC



Pressekontakt:
Bettina Hildebrand, Pressesprecherin
Telefon +49 30 25 93 59 14
E-Mail: hildebrand@institut-fuer-menschenrechte.de

Themen in dieser Pressemitteilung:


Unternehmensinformation / Kurzprofil:
drucken  als PDF  Europäische Migrationsagenda greift bei humanitärem Flüchtlingsschutz zu kurz Die (späte) Seligsprechung Oscar Romeros / Die Christliche Initiative Romero begrüßt die Anerkennung ihres Namensgebers seitens der Kirche - unter einer Bedingung
Bereitgestellt von Benutzer: ots
Datum: 18.05.2015 - 12:35 Uhr
Sprache: Deutsch
News-ID 1213247
Anzahl Zeichen: 2668

Kontakt-Informationen:
Stadt:

Berlin



Kategorie:

Menschenrechte



Diese Pressemitteilung wurde bisher 377 mal aufgerufen.


Die Pressemitteilung mit dem Titel:
"UN-Antirassismus-Ausschuss: Rassistische Diskriminierung in staatlichen Behörden angehen"
steht unter der journalistisch-redaktionellen Verantwortung von

Deutsches Institut für Menschenrechte (Nachricht senden)

Beachten Sie bitte die weiteren Informationen zum Haftungsauschluß (gemäß TMG - TeleMedianGesetz) und dem Datenschutz (gemäß der DSGVO).

Menschenrechtsinstitut begrüßt Reform der Straftatbestände und empfiehlt Nachbesserungen beim Betroffenenschutz ...
Der Gesetzentwurf zur Stärkung der strafrechtlichen Verfolgung des Menschenhandels und der sexuellen Ausbeutung enthält wichtige Neuregelungen, um die Strafverfolgung zu stärken. Er bleibt jedoch in zentralen Bereichen hinter den Anforderungen an einen wirksamen Betroffenenschutz zurück. Deutsch

Bundesweite Elternbefragung: Mehrheit der Eltern wünscht sich inklusive Bildung ...
Deutschland gehört zu den Ländern mit der höchsten Exklusionsquote in Europa: Die Zahl der Kinder mit sonderpädagogischem Förderbedarf ist in den letzten Jahren kontinuierlich angestiegen. 60 Prozent dieser Kinder finden sich in Förderschulen wieder. Dabei lehnen 82 Prozent der Eltern schulpfl

Sozialstaatsreformen: Menschenrechtliche Verpflichtungen sind keine Verhandlungsmasse ...
Zur Debatte über Sozialstaatsreformen und Kürzungen von Sozialleistungen anlässlich der Konferenz der Regierungschefinnen und Regierungschefs der Länder im Kanzleramt am 25.06.2026 erklärt Michael Windfuhr, Stellvertretender Direktor des Deutschen Instituts für Menschenrechte: "Die Komm


Weitere Mitteilungen von Deutsches Institut für Menschenrechte


Europäische Migrationsagenda greift bei humanitärem Flüchtlingsschutz zu kurz ...
Die Europäische Migrationsagenda wird ihrem Anspruch nicht gerecht, Flüchtlinge zu schützen und Leben zu retten. »Den entscheidenden Schritt, den Flüchtlingen humanitäre Korridore zu öffnen, die ihnen einen sicheren Zugang nach Europa eröffnen, ist die EU-Kommission nicht gegangen. Es wird

ROG: Aserbaidschan muss inhaftierte Journalisten vor den Europaspielen freilassen ...
Reporter ohne Grenzen (ROG) fordert Aserbaidschan auf, alle inhaftierten Journalisten und Blogger umgehend freizulassen. 30 Tage vor Beginn der Europaspiele appelliert die Organisation zugleich an die Europäischen Olympischen Komitees, zu den Repressionen gegen Medienschaffende im Gastgeberland

Europäische Migrationsagenda muss endlich Flüchtlingskindern Schutz und Sicherheit bieten / Humanitäre Hilfe statt Militarisierung der Flüchtlingspolitik ...
Die Europäische Migrationsagenda, die morgen von der EU-Kommission verabschiedet werden soll, muss endlich den humanitären Anforderungen des Menschenrechtsschutzes genügen und Flüchtlingen in Europa Sicherheit und eine Perspektive für ihren Aufenthalt in Europa bieten. Ein spezieller Blick m

Zehn Jahre Andischan-Massaker in Usbekistan - Reporter ohne Grenzen fordert Ende der Medienzensur ...
Zum zehnten Jahrestag des Massakers von Andischan fordert Reporter ohne Grenzen (ROG) die usbekische Regierung auf, die systematische Überwachung, Einschüchterung und Verfolgung unabhängiger Journalisten einzustellen. Die Medienzensur in Usbekistan wurde seit dem Massaker vom 13. Mai 2005 mass


 

Werbung



Sponsoren

foodir.org The food directory für Deutschland
News zu Snacks finden Sie auf Snackeo.
Informationen für Feinsnacker finden Sie hier.

Firmenverzeichniss

Firmen die firmenpresse für ihre Pressearbeit erfolgreich nutzen
1 2 3 4 5 6 7 8 9 A B C D E F G H I J K L M N O P Q R S T U V W X Y Z