Stuttgarter Zeitung: Kommentar zu AfD/Lucke
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zu retten, was zu retten ist. Offen warnt der Parteivorsitzende Lucke
vor einer Unterwanderung der jungen Partei durch rechtsaußen. Seine
Einsicht kommt viel zu spät. Lange haben gerade Lucke und Henkel vor
dieser Entwicklung die Augen verschlossen. Schließlich ließen sich
Lucke und Henkel lange Zeit dafür feiern, dass die AfD mit plumpen
Parolen gegen Flüchtlinge und Zuwanderung aus der EU punkten konnte.
Mit dieser Rhetorik gelang der Partei der Einzug in fünf Landtage und
ins Europaparlament, wobei nicht übersehen werden darf, dass vor
allem die ostdeutschen Landesverbände die Angst vor Überfremdung
schüren. Wenn Lucke jetzt die Notbremse zieht, ist das wenig
glaubwürdig.
Die AfD ist mit dem Anspruch angetreten, vieles anders zu machen
als die etablierten Parteien. Gemessen an den Intrigen und der Lust
zur Selbstzerfleischung stellt die AfD die politische Konkurrenz aber
locker in den Schatten.
Luckes Aufruf, sich einer neuen (Wahl-)Plattform anzuschließen,
ist ein hilfloser und untauglicher Versuch. Dass er zu diesem Mittel
greift, zeigt, dass ihm die Felle wegschwimmen. Der
Volkswirtschaftsprofessor versuchte, die AfD im Stil eines
Hochschullehrers zu führen. Das kann auf Dauer nicht gutgehen.
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Datum: 18.05.2015 - 22:00 Uhr
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