DBU: Outdoorkleidung soll umweltfreundlicher werden
ID: 1213616
Gefahrenpotenziale von Chemikalien in Textilien
Der Frühling lockt Naturfreunde wieder an die frische Luft. Und
die wollen für jede Wetterlage mit schmutzabweisender, wasserdichter
und atmungsaktiver Kleidung gut ausgerüstet sein. Doch deren
Produktion hat ihren Preis: "Diese Eigenschaften werden standardmäßig
durch Fluorkohlenstoffverbindungen erreicht, die in die Umwelt
gelangen, schwer abbaubar sind und sich in Organismen anreichern
können. Den Herstellern von Outdoortextilien fehlen häufig fundierte
Kriterien, um umweltfreundlichen Alternativen den Vorzug geben zu
können", sagt Dr. Heinrich Bottermann, Generalsekretär der Deutschen
Bundesstiftung Umwelt (DBU). Um das zu ändern, fördert die DBU
fachlich und mit knapp 300.000 Euro ein Forschungsprojekt am Zentrum
für Umweltforschung und nachhaltige Technologien (UFT) der
Universität Bremen. Als Entscheidungshilfe für die
Textilienhersteller, vertreten durch den Bundesverband der Deutschen
Sportartikel-Industrie (BSI), sollen die Umweltgefahren ermittelt und
Alternativen zusammengeführt und untersucht werden.
"Sport-, Outdoortextilien und Berufsbekleidung haben häufig
wasser-, öl- und schmutzabweisende Eigenschaften, die mit speziellen
Fluorkohlenstoffverbindungen erzeugt werden. Neben diesen gewollten
Eigenschaften sind viele Vertreter dieser Substanzklasse aber auch
giftig, schwer abbaubar, verbleiben sehr lange in der Umwelt und
reichern sich in Organismen an", erklärt Projektleiter Dr. Stefan
Stolte vom UFT. Zu dieser Gruppe gehöre auch die Perfluoroctansäure,
die seit kurzem als besonders besorgniserregend eingestuft werde.
Deshalb suchten die Sportartikelhersteller nach Alternativen. Diese
Alternativchemikalien, die imprägnierend wirken und umwelt- und
gesundheitsverträglich sind, will Stolte zusammen mit seinen Kollegen
Dr. Marianne Matzke und Sonja Faetsch am UFT untersuchen.
Dafür sollen in Outdoor-Kleidung angewendete
Textilveredelungschemikalien ausgewählt und ihre
Umweltgefahrenpotenziale untersucht werden. "Als möglichen Ersatz
untersuchen wir unter anderem fluorfreie Alternativstoffe", sagt
Stolte. Die Molekülstrukturen und physikalisch-chemische
Eigenschaften werden erste Rückschlüsse zu möglichen human- und
ökotoxikologischen Wirkungen erlauben.
Danach werden unterschiedliche Textilchemikalien in
(öko-)toxikologischen Tests experimentell untersucht. Stolte: "Das
ist die Voraussetzung dafür, die umwelt- und gesundheitsschädliche
Wirkung der einzelnen Substanzen in den Textilien beurteilen zu
können." Die in dem Projekt zusammengetragenen und ermittelten Daten
zu den Gefahrenpotenzialen der Textilchemikalien sollen so
aufbereitet werden, dass sie vor allem ohne
fachlich-ökotoxikologisches Wissen als Entscheidungshilfe für die
Auswahl der Textilien genutzt werden können. Dieser Prozess wird
durch das Umweltbundesamt (UBA) als begleitender Partner unterstützt.
"Das Ziel besteht darin, den Herstellern von Outdoor-Produkten
wissenschaftlich belegbare Entscheidungskriterien an die Hand zu
geben, damit sie umweltgefährdende Chemikalien in Textilien durch
gesundheits- und umweltverträgliche Alternativen ersetzen können",
sagt Dr. Maximilian Hempel, DBU-Referatsleiter für Umweltchemie.
Somit verspreche das Projekt ein erhebliches
Umweltentlastungspotenzial, indem die giftigen und umweltgefährdenden
Chemikalien aus der Kleidung möglichst verbannt werden.
Pressekontakt:
Ansprechpartner
Franz-Georg Elpers
- Pressesprecher -
Anneliese Grabara
Kontakt DBU
An der Bornau 2
49090 Osnabrück
Telefon:0541|9633-521
Telefax:0541|9633-198
presse@dbu.de
www.dbu.de
Ansprechpartner für Fragen zum Projekt:
Dr. habil. Stefan Stolte, Zentrum für Umweltforschung und nachhaltige
Technologien (UFT), Uni Bremen
Tel.: 0421|218-63370
Fax:0421|218-9863370
E-Mail: sstolte@uni-bremen.de
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Datum: 19.05.2015 - 09:00 Uhr
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Bremen
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