Stuttgarter Zeitung: Kommentar zu Fifa/Blatter/Wiederwahl
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propagierte Neuanfang startet mit dem, der politisch für den Skandal
verantwortlich ist. Dieser Freitag in Zürich steht für ein Versagen
der Funktionäre auf ganzer Linie. Es gab die Chance, der Welt zu
zeigen, dass es anders geht. Mit aller Verve hätte auf einen Rückzug
Blatters und auf eine Verschiebung der Wahl gedrungen werden müssen.
Allen voran der europäische Fußballverband Uefa. Er hat sich zwar an
die Spitze der Kritiker gesetzt, ist aber schon daran gescheitert,
die eigenen Verbände komplett hinter sich zu versammeln.
Europas Verbände müssten ihren großen Worten jetzt Taten folgen
lassen und zu drastischen Maßnahmen greifen, wollen sie glaubwürdig
sein. Doch eine Abspaltung oder ein WM-Boykott scheint kein wirklich
realistisches Szenario zu sein. Die Hoffnung ruht auf anderen: So
werden hoffentlich die Staatsanwaltschaften in der Schweiz, in den
USA und Großbritannien den Druck hoch halten. Eine weitere
Schlüsselrolle haben Sponsoren wie Coca-Cola: Entziehen sie dem
Weltverband den Treibstoff für das schmierige System, schmerzt das
mehr als alles andere - und je größer der Schmerz, desto größer ist
die Chance, dass sich etwas ändert.
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Datum: 29.05.2015 - 21:00 Uhr
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