WAZ: Sollen kleine Kinder im Internet surfen?
- Pro und Kontra
ID: 1229138
Regeln vorgeben
- Pro von Sven Frohwein
Haben Sie schon einmal einem Dreijährigen dabei zugeschaut, mit
welcher Leichtigkeit er einen Tablet-Computer bedient? Wie er
innerhalb von Minuten begreift, wie das Wischen und Tippen
funktioniert?
Dafür muss man nicht lesen und schreiben können. Selbst für
Kleinkinder ist der Umgang mit moderner Technik eine
Selbstverständlichkeit. Warum also sollte man ihnen das verwehren?
Anstatt ihren Kindern den Zugang zum Netz zu verweigern, sollten sich
Eltern viel mehr mit den Inhalten auseinandersetzen, die für ihren
Nachwuchs geeignet sind. Hier hilft ihnen die Technik.
Moderne Geräte ermöglichen es, kindgerechte Benutzerprofile
einzurichten, die den Zugriff auf die dunklen Ecken des Internets
verbieten - und die die Nutzungszeiten einschränken. Dann bekommen
Sophie und Maximilian auch nur das zu sehen, was für sie bestimmt ist
- und haben noch eine Menge Zeit, die reale Welt, die mindestens
genauso spannend wie das Netz sein kann, zu entdecken.
Vom Netz überfordert
- Kontra von Christopher Onkelbach
Sicher sind Computer und Internet auch für kleine Kinder ein
großer Zauberkasten. Doch es ist sinnlos, wenn sich schon Dreijährige
ihre Zeit im Netz vertreiben. Sie können nicht lesen, was sie dort
entdecken, sie können nicht verstehen, was sie sehen. Und die Gefahr,
unpassende, irritierende und womöglich schockierende Filme und Bilder
zu finden, ist groß. Es gibt sicherlich geeignetere Beschäftigungen
für Kita-Kinder, etwa ein spannendes Kinderbuch.
Aber dafür braucht man eben jemanden, der Zeit hat und vorliest.
Doch auch mit dem Internet darf man Kinder nicht allein lassen. Der
Computer ist kein elektronischer Babysitter. Eltern sollten den Weg
in die digitale Welt weisen und kindgerechte Inhalte auswählen.
Denn ob und wie Kinder das Netz für sich entdecken, hängt davon
ab, wie die Eltern damit umgehen. Sie haben auch hier eine
Vorbildfunktion und müssen vermitteln, wie man das Medium
verantwortungsvoll nutzt.
Das kann auch bedeuten, noch ein paar Jahre damit zu warten.
Pressekontakt:
Westdeutsche Allgemeine Zeitung
Zentralredaktion
Telefon: 0201 - 804 6519
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Datum: 23.06.2015 - 18:48 Uhr
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