DSD fördert das von Hans Scharoun entworfene Theater in Wolfsburg

DSD fördert das von Hans Scharoun entworfene Theater in Wolfsburg

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DSD fördert das von Hans Scharoun entworfene Theater in Wolfsburg



(pressrelations) -
Denkmalpflegerisch hochambitioniert

Kurzfassung: Am 2. Juli 2015 um 11.00 Uhr besuchen Dr. Sid Auffarth und Martina Wolff vom Ortskuratorium Hannover der Deutschen Stiftung Denkmalschutz (DSD) gemeinsam mit Herbert John von Lotto Niedersachsen das Scharountheater in Wolfsburg, um sich die Restaurierungsarbeiten vor Ort erläutern zu lassen. Die Denkmalstiftung stellte dank der Lotterie GlücksSpirale, deren Destinatär sie seit 1991 ist, in diesem Jahr 100.000 Euro für die Tischlerarbeiten an der denkmalgeschützten Saalbestuhlung zur Verfügung. Das von 1969 bis 1973 erbaute Theater gehört seit letztem Jahr zu den über 320 Projekten, die die private Denkmalstiftung dank Spenden und Mittel der GlücksSpirale, der Rentenlotterie von Lotto, allein in Niedersachsen fördern konnte.

Langfassung: Am Donnerstag, den 2. Juli 2015 um 11.00 Uhr besuchen Dr. Sid Auffarth und Martina Wolff vom Ortskuratorium Hannover der Deutschen Stiftung Denkmalschutz (DSD) gemeinsam mit Herbert John von Lotto Niedersachsen das Scharountheater in Wolfsburg, um sich die Restaurierungsarbeiten vor Ort erläutern zu lassen. Die Denkmalstiftung stellte dank der Lotterie GlücksSpirale, deren Destinatär sie seit 1991 ist, bereits im vergangenen Jahr 100.000 Euro für die Restaurierung der hölzernen Wandbekleidung des Zuschauersaals sowie weitere 100.000 Euro in diesem Jahr für die Tischlerarbeiten an der denkmalgeschützten Saalbestuhlung zur Verfügung.

Das Wolfsburger Theater wurde von 1969 bis 1973 nach Entwürfen des Architekten Hans Scharoun errichtet. Im Süden der Innenstadt in einer Hanglage errichtet, erhebt sich das Theater auf dem zur Stadt hin abfallenden Gelände des Klieversbergs mit Blick auf die Innenstadt und die VW-Werke. Den Grundprinzipien der Architektursprache Hans Scharouns folgend, wurde "organhaft gebaut": Die einzelnen Gebäudeteile gliedern sich eigenständig hintereinander und sind in ihrer Funktion von außen wie innen klar erkennbar.



Das Wolfsburger Theater gliedert sich in drei große Gebäudeteile: den Foyerflügel im Südosten, den Verwaltungstrakt und das Kernstück mit dem erhöhten Saal- und Bühnenbereich. Der Zustand des Theaters ist hervorragend, nur Anstriche und versprödete Lacke wurden an einigen Stellen verändert, wenige Bodenbeläge ausgetauscht. Sämtliche Oberflächengestaltungen - Natursteinverkleidungen, Bleche, Glas, Putze, Rabitz, Sichtbeton, Holzvertäfelungen - sind im Original erhalten. Auch die Ausstattung - Mobiliar, Lampen, Geländer, Bestuhlung etc. - ist vollständig überliefert.

Das Wolfsburger Theater gehört zu den rund 50 großen Theaterneubauten nach den Zerstörungen des Zweiten Weltkriegs, die sich alle durch die Neuinterpretation des Gebäudetypus auszeichnen. Die großen Oper- und Schauspielstätten des 18. und insbesondere des 19. Jahrhunderts waren der klassischen Auffassung folgend symmetrisch gegliedert, in der Höhe gestaffelt und meist mit klassischen Architekturelementen wie einem hohen zentralen Portikus ausgestattet. Die Kultur- und Theaterbauten der Nachkriegsmoderne setzten neue Akzente: Unregelmäßige Grundrisse, asymmetrische Räume mit wechselnden Raumhöhen, ebenerdiger Zugang zum Bau sowie der Einsatz von "neuen" Materialien, wie Beton, Glas und Stahl.

Das Wolfsburger Theater ist der einzig realisierte Theaterbau Scharouns, der als wegbereitender Theoretiker gerade für diesen Typus gilt und bereits in den 1940er Jahren wegen seiner Entwürfe für Theater- und Kulturbauten internationale Bekanntheit erlangte.

Die Förderung des Theaters durch die Deutsche Stiftung Denkmalschutz hilft der Stadt, eine denkmalpflegerisch hochambitionierte, vorbildhafte Instandsetzung eines der bedeutendsten Baudenkmale der Nachkriegsmoderne vorzunehmen. Das Scharountheater gehört zu den über 320 Projekten, die die private Denkmalstiftung dank Spenden und Mittel der GlücksSpirale, der Rentenlotterie von Lotto, allein in Niedersachsen fördern konnte.


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Datum: 29.06.2015 - 18:15 Uhr
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