Impfen oder kastrieren?
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Impfen oder kastrieren?
Ergebnisse zur Mast- und Schlachtleistung liegen vor
Die Impfung mit dem seit Mai 2009 zugelassenen Impfstoff "Improvac" ist eine Alternative zur chirurgischen Kastration von Ferkeln, die durchgeführt wird, um den bei männlichen Ferkeln typischen Ebergeruch zu vermeiden. Der Impfstoff ist kein Hormon, sondern ein Eiweißstoff, der bei den männlichen Schweinen die Hodenaktivität unterdrückt. Zwei Impfungen sind erforderlich, um diese Wirkung zu erzielen. Die erste Impfung erfolgt ab der achten Lebenswoche, die zweite vier bis sechs Wochen vor der Schlachtung.
Für die Landwirte stellt sich bei allen Verfahren die Frage nach den Kosten. Für die Immunokastration mit Improvac werden drei bis fünf Euro pro Schwein gerechnet. Diese Kosten können sich nach Angaben aus der Schweiz durch die verbesserte Futterverwertung der geimpften Schweine auf bis zu 1,40 Euro verringern. NEULAND - der Verein für tiergerechte und umweltschonende Nutztierhaltung e. V. arbeitet in seinen Betrieben seit Mai 2008 mit der so genannten Isofluran-Methode. Dabei werden die Ferkel vor der Kastration mit dem Narkosegas Isofluran kurzzeitig betäubt. Nachteil hierbei sind die hohen Anschaffungskosten für die Apparatur. Nach Angaben des Bildungs- und Wissenszentrums Boxberg entstehen hier Vollkosten von 1,30 bis 5,00 Euro je Ferkel je nach Auslastung der Apparatur. NEULAND selbst gibt Kosten von rund 4 Euro pro Schwein an. Da mit Betäubungsmitteln gearbeitet wird, ist ein Tierarzt erforderlich.
Die Kosten für eine örtliche Betäubung durch Injektion des Betäubungsmittels in den Hoden und eine anschließende Schmerzbehandlung belaufen sich auf etwa 0,42 bis 1,60 Euro je Ferkel. Für die chirurgische Kastration ohne Betäubung, mit Vereisung der Haut und anschließender Behandlung des Samenstrangstumpfes werden Kosten von ca. 0,50 Euro je Ferkel veranschlagt. Vorteil hier: Die Kastration kann vom Landwirt selbst durchgeführt werden.
Welche Methode sich letzten Endes durchsetzen wird, ist auch eine Frage der Akzeptanz bei Schlachtunternehmen und Verbrauchern. Die Bedenken gegen die Immunokastration sind bei Verbrauchern laut Bericht der Tierärztlichen Umschau umso geringer, je besser informiert sie über Ebergeruch und die möglichen Verfahren zur Vermeidung sind. Tönnies, eines der größten Schlachtunternehmen in Deutschland, lehnt die Immunokastration aus produktionstechnischen Gründen ab und setzt auf Ebermast als Alternative. Am Schlachtband sollen dann so genannte elektronische Nasen zum Einsatz kommen, die Schweinehälften mit Ebergeruch identifizieren können. Auch die dänische Fleischbranche will so lange keine immunokastrierten Tiere vermarkten, bis feststeht, dass Verbraucher dieses Fleisch akzeptieren.
aid, Antje Elfrich, Renate Kessen
Weitere Informationen: www.landwirtschaft-bw.info/servlet/PB/show/1229307_l1/LSZ_Ferkelkastration.pdf
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Datum: 07.10.2009 - 16:34 Uhr
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