Westfalen-Blatt: Das WESTFALEN-BLATT (Bielefeld) zur Papstreise

Westfalen-Blatt: Das WESTFALEN-BLATT (Bielefeld) zur Papstreise

ID: 1265888
(ots) - 150 Dollar für eine Vorbeifahrt des Papamobils
im Central Park, Franziskus am Ground Zero, katholische
Präsidentschaftskandidaten drängen ins Bild: Amerika liebt den Papst
als Superstar. Und doch ist nicht alles gut für den Heiligen Vater in
»Gods own country«. Franziskus nimmt sich zehn Tage Zeit für Kuba und
für die USA. Und das ist auch nötig. Denn neben den
Massengottesdiensten auf dem Platz der Revolution in Havanna und im
New Yorker Madison Square Garden muss der oberste Hirte der
katholischen Weltkirche möglichst viele verlorene Söhne und Töchter
ins Gebet nehmen. Der Erfolg bleibt fraglich, nicht nur weil Fidel
Castro unbekehrbar ist. In den USA halten Republikaner und
Evangelikale den Argentinier sowieso für einen verkappten Marxisten.
Die Klimakatastrophe ist ihnen so fremd wie die katholische
Soziallehre. Kapitalismuskritik aus der Perspektive Jesu verstehen
sie nicht. Dabei sind Roms Verbote von Homo-Ehe und Abtreibung der
religiösen Rechten eigentlich sympathisch. Genau an dieser Stelle
hören wiederum die US-Demokraten weg, die mit John F. Kennedy den
ersten Katholiken ins Weiße Haus brachten. Franziskus will den
Weltfrieden, aber er wird mit seiner Rede morgen im US-Kongress kaum
die Renaissance der Kalten Krieger stoppen können. Da ist ihm der
Beifall am Freitag vor den Vereinten Nationen sicherer - allerdings
von viel zu vielen Diplomaten, die für Koffer voll Geld ihr eigenes
Volk verkaufen. Schon der Besuch auf Kuba war überschattet von
Widersprüchen. Nicht die kurzzeitige Festnahme von 50 Dissidenten am
Rande seines Besuchs war der Skandal. Schlimmer wiegt, dass Kardinal
Jaime Ortega von Havanna bestreitet, dass es noch politische
Gefangene auf der Gefängnis-Insel gibt. Er sieht nur gewöhnliche
Kriminelle, leugnet, dass es 2015 so viele kurzfristige Festnahmen
von Bürgerrechtlern gab wie noch nie. Allein im August waren es 768.


Ja, die katholische Kirche hat die Annäherung Kubas an die USA
vermittelt - aber um den Preis der Glaubwürdigkeit. Franziskus kennt
die Zusammenhänge und weiß um die Wirkungslosigkeit früherer
Papstbesuche. Aus falscher Rücksichtnahme hat er den mutigen »Damen
in Weiß« einen Korb gegeben. Dieses unwürdige Spiel wird
weitergehen. Castros Geheimdienst macht Druck auf Oppositionelle. Und
in den USA nehmen die Obama-Gegner im Kongress den Ball auf, indem
sie anhaltende Menschenrechtsverletzungen lauthals beklagen. Die
schwindsüchtigen 35 Bistümer in den USA hoffen indes auf
Rückenstärkung aus Rom. Missbrauchsskandal, geschlossene Schulen und
Kirchen sowie Reformverweigerer machen schwer zu schaffen. Die
Heiligsprechung eines Missionars aus Mexiko begeistert die
US-Latinos, aber nicht die Etablierten im Norden. Auch Franziskus hat
in den USA nur begrenzte Möglichkeiten.



Pressekontakt:
Westfalen-Blatt
Chef vom Dienst Nachrichten
Andreas Kolesch
Telefon: 0521 - 585261

Themen in dieser Pressemitteilung:


Unternehmensinformation / Kurzprofil:
drucken  als PDF  Rheinische Post: Kommentar: Winterkorn lenkt von Verantwortung ab Westfalen-Blatt: Das WESTFALEN-BLATT (Bielefeld) zur Flüchtlingsproblematik
Bereitgestellt von Benutzer: ots
Datum: 22.09.2015 - 21:00 Uhr
Sprache: Deutsch
News-ID 1265888
Anzahl Zeichen: 3210

Kontakt-Informationen:
Stadt:

Bielefeld



Kategorie:

Politik & Gesellschaft



Diese Pressemitteilung wurde bisher 161 mal aufgerufen.


Die Pressemitteilung mit dem Titel:
"Westfalen-Blatt: Das WESTFALEN-BLATT (Bielefeld) zur Papstreise"
steht unter der journalistisch-redaktionellen Verantwortung von

Westfalen-Blatt (Nachricht senden)

Beachten Sie bitte die weiteren Informationen zum Haftungsauschluß (gemäß TMG - TeleMedianGesetz) und dem Datenschutz (gemäß der DSGVO).

WESTFALEN-BLATT - Till Brönner: "Nichts aus Corona gelernt" ...
Der international renommierte Jazz-Trompeter Till Brönner befürchtet, dass Politik und Gesellschaft nichts aus der Zeit der Corona-Pandemie gelernt haben. "Das Erste, was wir tun, wenn es eng wird, ist ausgerechnet unsere DNA, nämlich die Kultur- und die Veranstaltungsbranche und die, die un

34 Polizeischüsse: Autofahrer gelähmt, Ermittlungen eingestellt ...
Die 34 Schüsse, die Polizisten vor zwei Jahren in Bad Salzuflen auf einen Audi und seinen Fahrer (19) abgegeben hatten, bleiben ohne strafrechtliche Folgen - es wird keinen Prozess geben. Die Staatsanwaltschaft Detmold hat nach WESTFALEN-BLATT-Informationen das Verfahren gegen die beiden Herforder

NRW: Polizei überwacht afghanischen Sexualtäter ...
Im Kreis Herford (NRW) wird ein afghanischer Sexualstraftäter in Absprache mit dem Landeskriminalamt "engmaschig" von der Polizei überwacht. Der 24-Jährige, der als rückfallgefährdet gilt, hatte nach einer Sexualtat eine Haftstrafe von drei Jahren und acht Monaten verbüßt und war in


Weitere Mitteilungen von Westfalen-Blatt


Rheinische Post: Kommentar: Der Papst in den USA ...
Es ist der erste Besuch des argentinischen Papstes im Heimatland des Kapitalismus. Also genau jener Gesellschaftsordnung, die Franziskus derzeit so heftig kritisiert. Es dürfte knistern bei der US-Visite des Oberhaupts der Katholiken. Doch zugleich kommt er in ein Land, in dem die katholische Kir

Rheinische Post: Kommentar: Braunkohle-Nebel ...
Garzweiler spaltet seit Jahrzehnten NRW. Der Streit hat rot-grüne Koalitionen fast scheitern lassen, entzweit Industrie und Umweltschutz. Nun hat das Land Klarheit geschaffen: Garzweiler wird kleiner, 1400 Anwohner müssen nicht den Baggern weichen. Eine gute Nachricht. Gewiss sind Tagebaue und

Rheinische Post: Kommentar: Winterkorn lenkt von Verantwortung ab ...
Die Begründung, mit der VW-Chef Martin Winterkorn einen Rücktritt abwehrt, ist dreist: Es sei falsch, einen Generalverdacht gegen die Mitarbeiter des Konzerns auszusprechen. Das würde "die harte und ehrliche Arbeit" von 600.000 Menschen diskreditieren. Winterkorn lenkt von seiner Ver

Neue Westfälische (Bielefeld): Kommentar Abgas-Skandal bei VW Regeln durchsetzen HAnnes Koch, Berlin ...
Zu behaupten, der Volkswagen-Konzern sei eine kriminelle Vereinigung, ginge zu weit. In erster Linie stellt das Unternehmen Millionen solider Fahrzeuge her. Unsolide Praktiken und Gesetzesbrüche sind jedoch immer mal wieder Bestandteile der Wolfsburger Geschäftspolitik. Die absichtliche Manipu


 

Werbung



Sponsoren

foodir.org The food directory für Deutschland
News zu Snacks finden Sie auf Snackeo.
Informationen für Feinsnacker finden Sie hier.

Firmenverzeichniss

Firmen die firmenpresse für ihre Pressearbeit erfolgreich nutzen
1 2 3 4 5 6 7 8 9 A B C D E F G H I J K L M N O P Q R S T U V W X Y Z