Allgemeine Zeitung Mainz: Höchste Zeit / Kommentar von Ralf Heidenreich zu VW
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von Vorstandschef Martin Winterkorn ist da einer der wenigen wirklich
greifbaren Fakten. Dass der 68-Jährige gehen muss, war zu erwarten.
Ein Neuanfang mit ihm wäre unvorstellbar gewesen. Schon deshalb, weil
bislang nicht zweifelsfrei geklärt werden konnte, ob er von den
Manipulationen in den USA wusste - oder nicht. Das VW-Präsidium muss
nun das Kunststück fertig bringen, in kürzester Zeit einen geeigneten
Nachfolger zu präsentieren. Die Liste soll angeblich lang sein.
Wirklich? Will der Konzern ihn aus den eigenen Reihen rekrutieren,
muss der Kandidat völlig frei von eben jenem Verdacht sein, und da
bleiben am Ende zwei, drei Namen. In der aktuellen Debatte muss noch
ungeheuer viel aufgearbeitet werden. So etwa die Frage, was noch
legale "Tricksereien" sind und wo handfester Betrug und damit die
Illegalität beginnt. Aus Sicht der Verbraucher mag das auf den ersten
Blick vielleicht keine Rolle spielen; in beiden Fällen werden die
Autofahrer hinters Licht geführt. Dennoch besteht ein entscheidender
Unterschied. VW hat nach Lage der Dinge in den USA Recht gebrochen.
Auch in Europa liegen bei den meisten Herstellern zwischen den
Abgaswerten auf den Prüfständen und im realen Straßenverkehr Welten.
Daraus lässt sich aber nicht einfach ableiten, dass die Unternehmen
hier ebenfalls rechtswidrig manipulieren. Nach der aktuellen
Rechtslage können sie ganz legal in diesen Spagat gehen. Deshalb kann
die Deutsche Umwelthilfe den Herstellern in Europa nicht einfach
kriminelle Machenschaften unterstellen, bevor dafür nicht handfeste
Beweise vorliegen. 2017 soll in Europa ein neues Prüfverfahren
eingeführt werden, das der Realität deutlich näher kommt. Es wird
höchste Zeit.
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Allgemeine Zeitung Mainz
Alexandra Maus
Newsmanagerin
Telefon: 06131/485851
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Datum: 23.09.2015 - 21:31 Uhr
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