Allg. Zeitung Mainz: Schmutziges Geschäft / Kommentar zur Türkei und Europa, von Friedrich Roeingh
ID: 1272023
unterstellen, dass er den Zustrom hunderttausender syrischer
Flüchtlinge über die griechischen Inseln nach Europa angeschoben
hätte. Dass er seine Schlüsselfunktion in dieser Krisensituation aber
genüsslich ausnutzen will, mag er allerdings nicht verbergen. Im
Gegenteil. Sein Auftritt in Brüssel hatte etwas Triumphales: "Seht
her, ohne mich werdet Ihr diesen Zustrom, der Deutschland, Schweden
und andere Länder langsam überfordert und die EU zu spalten droht,
nie in den Griff bekommen", ließ er seine Gestik und Mimik sprechen,
während ihm Ratspräsident Tusk, Kommissionspräsident Juncker und
Parlamentspräsident Schulz den Hof machten. Und natürlich gab er den
Europäern noch keine Zusagen für den zwischen Brüssel und Ankara
diskutierten Aktionsplan. Er wird sie mindestens bis zur türkischen
Parlamentswahl zappeln lassen, um sich nicht nur international so
teuer wie möglich zu verkaufen, sondern seine Schlüsselstellung auch
für den zweiten Anlauf zum Parlamentssieg seiner AKP zu nutzen.
Selten war Realpolitik schmerzlicher als in diesem Fall. Mit einem
Mal sind die Missachtung der Pressefreiheit oder die Festnahmen
unbotmäßiger Richter und Staatsanwälte trotz weiter laufendem
Beitrittsgesuch zur EU nur noch türkische Innenpolitik. Der
Sündenfall aber wird im Verrat an den Kurden liegen, wenn die EU die
Türkei als sicheren Drittstaat anerkennt. So wahr es ist, dass ein
guter Teil der Flüchtlinge, die zur Zeit zu uns kommen, keinen
Anspruch auf Asyl haben, so sicher werden mit diesem Schritt Anwärter
davon ausgeschlossen, die darauf dringend angewiesen sein werden.
Pressekontakt:
Allgemeine Zeitung Mainz
Florian Giezewski
Regionalmanager
Telefon: 06131/485817
desk-zentral@vrm.de
Themen in dieser Pressemitteilung:
Unternehmensinformation / Kurzprofil:
Bereitgestellt von Benutzer: ots
Datum: 06.10.2015 - 19:46 Uhr
Sprache: Deutsch
News-ID 1272023
Anzahl Zeichen: 1991
Kontakt-Informationen:
Stadt:
Mainz
Kategorie:
Außenhandel
Diese Pressemitteilung wurde bisher 319 mal aufgerufen.
Die Pressemitteilung mit dem Titel:
"Allg. Zeitung Mainz: Schmutziges Geschäft / Kommentar zur Türkei und Europa, von Friedrich Roeingh"
steht unter der journalistisch-redaktionellen Verantwortung von
Allgemeine Zeitung Mainz (Nachricht senden)
Beachten Sie bitte die weiteren Informationen zum Haftungsauschluß (gemäß TMG - TeleMedianGesetz) und dem Datenschutz (gemäß der DSGVO).
Der Politikwissenschaftler Prof. Dr. Karl-Rudolf Korte hält einen Austritt der FDP aus der Berliner Ampelkoalition für möglich. "Die Ergebnisse der FDP bei den vergangenen Landtagswahlen befinden sich im kaum noch messbaren Bereich", sagt Korte im neuen Podcast der VRM "Korte &
Es bleibt ein Störgefühl / Kommentar von Jens Kleindienst zum Karlsruher AfD-Urteil ...
Als demokratisch gewählter Vertretung des Volkes kommt dem Bundestag "bei der Gestaltung seiner inneren Organisation und des Geschäftsgangs ein weiter Spielraum zu". So hat es das Bundesverfassungsgericht jetzt bekräftigt - und sich damit selbst große Zurückhaltung auferlegt. Einzige
Wir brauchen eine Vision für unser Land / Kommentar von Dennis Rink zum Zustand Deutschlands ...
Wohin führt unsere Reise? Befindet sich Deutschland wirklich im Sinkflug? Und was bedeutet das für uns? Umfragen bestätigen regelmäßig, dass wir Deutsche uns diese Frage immer häufiger stellen - und dass wir Sorgen haben. Können wir hier noch sicher leben? Bleibt die Demokratie die sattelfest
Weitere Mitteilungen von Allgemeine Zeitung Mainz
Allg. Zeitung Mainz: Welle im Datenhafen / Kommentar zum Datenschutz-Urteil, von Alexander Schneider ...
Das "Facebook-Urteil" des Europäischen Gerichtshofs ist eine Sensation, die nicht überrascht. Um das Bild des Hafens aufzunehmen: Die Richter haben einen juristischen Tsunami ausgelöst und klargestellt, dass auch im internationalen Datenschutz ein Hafen nicht deshalb sicher ist, nur
Westdeutsche Zeitung: Der EuGH schränkt Europas Spielraum ein ...
Ob man es nun Meilenstein oder Paukenschlag nennen will - das Urteil des Europäischen Gerichtshof ist nicht nur bahnbrechend, sondern eine schallende Ohrfeige für all jene in Europa, die sich bisher allzu blauäugig auf die Beteuerungen aus den USA verlassen haben. Spätestens mit der gestrige
neues deutschland: Facebook-Urteil: Wer zuletzt jubelt ... ...
Die Datenschützer jubeln, die TTIP-, CETA- und TISA-Gegner jubeln, Edward Snowden jubelt. Und Facebook juckt es nach eigenen Angaben überhaupt nicht, das Urteil des Europäischen Gerichtshofes zum Datenaustausch zwischen der EU und den USA. Da wundert sich der Laie und der Fachmann kratzt sich
Gemeinsame Presseerklärung gegen die Iran-Reise des niedersächsischen Wirtschaftsministers Olaf Lies ...
Eine gemeinsame Presserklärung der Jusos Niedersachsen, STOP THE BOMB, Deutsch-israelische Gesellschaft Hannover, Deutsch-israelische Gesellschaft Oldenburg, Junges Forum der DIG Hannover Vom 2. bis 7. Oktober fliegt der niedersächsische Wirtschaftsminister mit einer 70-köpfigen Delegatio




